Anzeige

Die Schärfentiefe beschreibt den Bereich (die Tiefe) in einem Bild, der scharf dargestellt wird.

Dabei ist die Schärfentiefe eines der wichtigsten Gestaltungsmittel bei der Produktion eines Filmes oder eines Videos. Doch was genau ist die Schärfentiefe und warum ist sie so wichtig?

In diesem Artikel gibt es alle wichtigen Informationen über die Schärfentiefe. Außerdem gibt es Tipps, wie man die Schärfentiefe mit der Kamera bewusst verändern und gestalten kann.

Was genau ist die Schärfentiefe? (Definition)

Um den Begriff Schärfentiefe besser zu verstehen, kann die folgende Definition helfen:

Die Schärfentiefe bezeichnet den Bereich im Bild (die Tiefe), der scharf dargestellt wird.

Bei einem sehr kleinen Bereich (unscharfer Hintergrund) spricht man von einer geringen Schärfentiefe. Wenn sehr viel im Bild scharf abgebildet ist, spricht man von einer großen Schärfentiefe.

Dabei lässt sich die Schärfentiefe verändern, um bewusst zu bestimmen, wie groß der scharf dargestellte Bereich im Bild ist.

Achtung: Man sagt niemals Unschärfentiefe oder Tiefenunschärfe. Diese Begriffe sind falsch und existieren nicht!

Wofür wird die Schärfentiefe eingesetzt?

Die Schärfentiefe kann aus verschiedenen Gründen verwendet werden. Einer der wichtigsten Gründe ist, um bestimmte Teile des Bildes scharf und andere Teile unscharf darzustellen.

Doch warum ist die Schärfentiefe so wichtig?

Die Schärfentiefe kann u.a. verschiedene Funktionen bzw. Aufgaben erfüllen:

1. Um den Fokus des Zuschauers bewusst auf bestimmte Teile des Bildes zu lenken
2. Um ein Objekt bzw. eine Person besser vom Hintergrund abzuheben
3. Um unwichtige oder störende Elemente im Bild in der Unschärfe verschwinden zu lassen

Die Schärfentiefe bewusst beeinflussen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Schärfentiefe bewusst zu beeinflussen. Dabei wird die Schärfentiefe von drei Faktoren bestimmt:

1. Die Blende

schaerfentiefe-blendeMithilfe der Blende bestimmt man die Helligkeit bei der Aufnahme eines Bildes. Dabei bestimmt die Blendenöffnung wieviel Licht durch das Objektiv auf den Chip der Kamera fällt. Außerdem hat die Blendenöffnung (angegeben in Blendenzahlen) unmittelbaren Einfluss auf die Schärfentiefe.

Dabei gilt: Umso größer die Blendenöffnung (je kleiner die Blendenzahl), desto geringer ist die Schärfentiefe. Das gilt natürlich auch andersherum: Je kleiner die Blendenöffnung (je größer die Blendenzahl), desto größer ist die Schärfentiefe. Wenn man also viel Unschärfe im Bild haben möchte, sollte man mit einer großen Blende (geringe Blendenzahl) arbeiten.

Ein Beispiel: Bei einer Blendenzahl von 2.8 (große Blendenöffnung) ist die Schärfentiefe sehr gering. Bei einer Blendenzahl von 11 ist die Schärfentiefe sehr groß.

Dazu kommt: Wenn man mit einer großen Blende (geringe Blendenzahl) arbeitet, wird das Bild immer heller. Um dennoch zu verhindern, dass das Bild überbelichtet („wegbrennt“), kann man einen ND-Filter (Neutraldichtefilter) dazu schalten. Dieser funktioniert im Prinzip wie eine Sonnenbrille für die Kamera und lässt, je nach Einstellung, nur noch einen Teil des Lichts durch.

Nicht alle Kameras verfügen über einen internen ND-Filter – so wie die meisten Spiegelreflexkameras (DSLR). In diesem Fall kann man aber immer noch einen externen ND-Filter vor das Objekt setzen oder bei der Fotografie die Belichtungszeit erhöhen.

2. Die Brennweite

Die zweite Möglichkeit, um die Schärfentiefe bewusst zu beeinflussen, ist die verwendete Brennweite. Hier unterscheidet man in Weitwinkel (geringe Brennweite) und Telebereich (große Brennweite).

Anzeige

Es gilt: Je länger die Brennweite (große Brennweitenzahl, z.B. 200mm), also je mehr man sich im Telebereich befindet, desto geringer fällt die Schärfentiefe aus. Andersherum natürlich auch: Je kürzer die Brennweite (geringe Brennweitenzahl, z.B. 16mm), desto größer ist die Schärfentiefe.

Zusammengefasst heißt das: Je mehr man im Telebereich (lange Brennweite) filmt, desto unschärfer wird der Hintergrund.

3. Die Entfernung zwischen Kamera und Motiv

Der dritte Faktor, der die Schärfentiefe unmittelbar beeinflusst, ist die Entfernung zwischen Kamera und Motiv.

Es gilt: Je größer die Entfernung zwischen Kamera und Motiv, desto unschärfer (geringe Schärfentiefe) wird der Hintergrund abgebildet. Dasselbe gilt natürlich auch andersherum: Je kleiner die Entfernung zwischen Kamera und Motiv, desto schärfer (große Schärfentiefe) ist der Hintergrund.

Eine weitere Möglichkeit ist, sich nicht mit der Kamera vom Motiv zu entfernen, sondern sich mit Kamera und Motiv vom Hintergrund zu entfernen.

Hier gilt: Je größer der Abstand von Kamera und Motiv zum Hintergrund, desto unschärfer wird der Hintergrund abgebildet.

Online Schärfentiefe-Simulator

Auf der Internetseite dofsimulator.net gibt es einen Schärfentiefe-Simulator (engl.: depth of field calculator), mit dem man die Verhältnisse von Blende, Brennweite und Abstand noch einmal genauer nachvollziehen kann. Außerdem ist es möglich, verschiedene Objekte und Werte anzugeben, sodass man bereits vor dem Dreh die genaue Schärfentiefe berechnen kann. Ein Besuch lohnt sich!

Zusammenfassung

Die Schärfentiefe bezeichnet den Bereich (die Tiefe) im Bild, welcher scharf abgebildet wird. Je geringer die Schärfentiefe, desto unschärfer wird der Hintergrund dargestellt.

Es spielt keine Rolle ob man den Begriff Schärfentiefe oder Tiefenschärfe verwendet, niemals jedoch Tiefenunschärfe oder Ähnliches.

Die Schärfentiefe wird bewusst dazu eingesetzt, um den Fokus des Zuschauers auf bestimmte Bildteile zu lenken, Objekte oder Personen besser vom Hintergrund abzuheben oder um unwichtige oder störende Bildelemente im Bild unschärfer darzustellen.

Man hat drei Möglichkeiten die Schärfentiefe bewusst zu beeinflussen. Diese sind:

1. Die Blende
Umso größer die Blendenöffnung (kleine Blendenzahl), desto geringer die Schärfentiefe. Je kleiner die Blendenöffnung (große Blendenzahl), desto größer ist die Schärfentiefe. Wenn man bei viel Licht eine geringe Schärfentiefe erzeugen möchte, kann man einen ND-Filter hinzuschalten, damit das Bild bei einer sehr offenen Blende nicht überbelichtet.

2. Die Brennweite
Je länger die Brennweite (Telebereich), desto geringer die Schärfentiefe. Je kürzer die Brennweite (Weitwinkel), desto größer die Schärfentiefe.

3. Die Entfernung zwischen Kamera und Motiv
Je größer die Entfernung zwischen Kamera um Motiv, desto geringer die Schärfentiefe. Je kleiner die Entfernung, desto größer die Schärfentiefe. Außerdem gilt: Je größer der Abstand zwischen Motiv und Hintergrund, desto unschärfer wird der Hintergrund dargestellt.

Fazit

Die Bildschärfe ist ein sehr wichtiges Gestaltungsmittel bei der Produktion von Filmen und Videos. Mithilfe der Schärfentiefe lässt sich der Fokus des Zuschauers bewusst auf die gewünschten Motive (Objekte bzw. Personen) in einem Film lenken.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass man das Verhältnis von Blende, Brennweite und Abstand gut versteht, sodass man die Schärfentiefe bewusst einsetzen kann, um Bilder zu gestalten.

Am besten ist es, wenn man sich bereits vor der Aufnahme Gedanken über die gewünschte Schärfentiefe macht und so bei den Dreharbeiten weiß, warum und was man einstellen muss.

Weitere Informationen zum Thema gibt es bei foto-kurs.com und natürlich bei Wikipedia.

Anzeige

Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
Google+

Hi, mein Name ist Daniel Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

Ähnliche Beiträge

3 Responses

      • Thorsten Zimprich

        Wobei der Begriff „Schärfentiefe“ m.E. mehr Sinn ergibt, da man die Tiefe der Schärfe verändert. Es geht also um die Veränderung der Schärfe, somit sollte sie vorne im Begriff stehen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.