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„Sonnenflecken“: So heißt der post-apokalyptische Kurzfilm von Nachwuchsfilmemacher Nico Sanft. Zusammen mit seinem Filmteam „Cold-Entertainment“ erschuf er innerhalb weniger Monate einen atmosphärischen Endzeit-Film mit viel Liebe zum Detail. Für Fans von gut inszenierten und visuell ansprechenden Filmen ein absolutes Muss!

“Der Film spielt in einer post-apokalyptischen Welt, in der wir einem Mann auf seinem verzweifelten Weg folgen, dass einzig Wichtige zu sichern, sein Überleben.“ – So heißt es auf der offiziellen Website von Cold-Entertainment, ein Filmteam aus Oyten (Niedersachsen), das seit 2006 Kurzfilme produziert und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Zusammen mit weiteren Helfern und Freunden wurde der Film innerhalb von zwei Tagen auf einem ca. 10 Hektar großen Gelände in Oyten gedreht. Doch wie kam es eigentlich dazu?

Eigentlich sollte es nur eine Hausaufgabe werden

Im Frühjahr 2013 schrieb Nico Sanft im Rahmen seiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton das Drehbuch zum Film. Eine Vorbereitung für eine praktische Hausaufgabe, die im Sommer umgesetzt werden sollte. Doch es sollte ein wenig anders kommen als geplant: Schnell war klar, diese Hausaufgabe wird etwas Besonderes!

Zusammen mit seinen Kollegen Robin Wieschendorf und Fabian Junge traf sich Nico Ende Juli im heimischen Eis Café zur genaueren Planung des Projektes. Das Ziel: Den Film mit einem Budget von 0 Euro umzusetzen. So kam es zur Zusammenarbeit mit dem befreundeten Filmteam „Horizon Media“ aus Achim. Außerdem konnte das Team den Schauspieler Mark Derichs aus Bremen für die Hauptrolle gewinnen, der einiges an Theatererfahrung mitbrachte.  Die Dreharbeiten fanden am Wochenende des 10.-11.08.13 statt, denn bereits Ende August musste der Film fertig sein!

Nach wochenlanger Postproduktion, aufwendiger Animation und viel Teamgeist schaffte es Nico Sanft schließlich einen post-apokalyptischen Film zu erschaffen, der seinen Schwerpunkt auf die Atmosphäre einer klug inszenierten Endzeit-Welt setzt und damit den Zuschauer in seinen Bann reißt. Viel Spaß beim Anschauen!

Der Kurzfilm „Sonnenflecken“

Übrigens: Den Film kann man sich kostenlos auf der offiziellen Seite von Cold-Entertainment herunterladen!

Im Interview: Nachwuchsfilmemacher Nico Sanft

Nico Sanft schrieb nicht nur das Drehbuch und führte Regie, sondern übernahm auch die Kamera und den Großteil der Postproduktion. Nun spricht er über seine Interessen zum Thema Film und die Hintergründe zum Kurzfilm „Sonnenflecken“.

Nico Sanft

Nico Sanft

Hallo Nico. Du machst ja schon seit einigen Jahren Kurzfilme. Was hat dich damals dazu gebracht, Filme machen zu wollen?

Hm, es ist nicht so, dass irgendwann einfach ein Schalter bei mir umgesprungen ist oder so. Ich bin zwar schon immer filmbegeistert gewesen und habe schon als kleiner Knirps dieselben Streifen immer wieder rauf- und runtergeschaut, aber es gab nie diesen einen Punkt ab dem ich mir dachte: Ich will Filme drehen. Das war irgendwie mehr ein Prozess, auch wenn’s vielleicht blöd klingt.

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Fasziniert und angestoßen vor allem durch Filme wie Star Wars, habe ich irgendwann aus reiner Neugierde die ersten Versuche mit der Hi8-Kamera meiner Eltern gestartet. Da meine Freunde ähnlich interessiert waren wie ich, haben wir schnell die Möglichkeiten der Kamera ausgereizt und sind auf ein MiniDV-Gerät umgestiegen – meine erste eigene Kamera. Ab dem Punkt hat sich das Ganze mehr und mehr zu einem richtigen Hobby entwickelt, und ich habe schnell festgestellt, dass ich gerne inszeniere, Kamera führe, Geschichten erzähle.

Ich denke, Film ist einfach ein Medium, mit dem es mir am leichtesten fällt zu kommunizieren und welches am besten mit meinem Charakter harmoniert. Ich kam also schrittweise und ganz natürlich zum Filmedrehen.

„Sonnenflecken“ war eine Hausaufgabe innerhalb deiner Ausbildung. Wie kommt man dazu, gerade einen Endzeitfilm zu drehen?

Die genaue Aufgabenstellung war, einen Kurzfilm über die Sommerferien hinweg zu drehen, der die beiden Begriffe „Toastbrot“ und „Ohrfeige“ inhaltlich aufgreift. Das war alles. In der Drehbuchphase wurde mir schnell klar, dass ich keine Lust hatte, eine simple Frühstückssituation um die beiden Begriffe zu spinnen.

Da ich schon länger Endzeit als Thematik im Kopf hatte, habe ich einfach überlegt, wie ich Aufgabe und Idee miteinander verbinden könnte – und so ist Sonnenflecken entstanden. Ich finde, Post-Apokalyptik macht einen besonderen Reiz aus. In Zukunft würde ich gerne noch weiter und tiefer in das Genre eintauchen.

Der Film beginnt mit einer spektakulären Aufnahme der Sonne, die du selbst am Computer erstellt hast. Was macht für dich den Reiz an Animationen aus?

Ich habe als Filmer einen ziemlich technischen Hintergrund. Bevor ich überhaupt daran gedacht hätte, mir jemals eine eigene Kamera anzuschaffen und Kurzfilme zu drehen, habe ich bereits erste Erfahrungen mit allerhand Software gemacht, darunter vor allem After Effects, welches ich auch heute noch täglich nutze, nicht zuletzt aus beruflichen Gründen. Angefangen hatten meine ersten Experimente vor mittlerweile knapp 10 Jahren, damals war es mein großer Traum Laserschwerter zu erstellen – womit wir wieder den Bogen zu Star Wars ziehen.

Aufgrund meiner Begeisterung für das Thema habe ich im Bereich VFX und CGI so ziemlich alles aufgesogen was ich kriegen konnte, und das mache ich auch heute noch. Und so kommt’s, dass ich über die Zeit hinweg genug Know-How gesammelt habe, um solche Shots wie den der brennenden Sonne relativ ansprechend auf die Beine stellen zu können. Ich sitze unheimlich gerne an meinen Bildern und perfektioniere so viel ich kann in der Post-Production. Das ist nicht immer produktiv oder vorteilhaft, aber ich bin einfach ein Bastelkind.

Welche Botschaft steckt hinter „Sonnenflecken“?

Die Idee zu Sonnenflecken entstand mit einem ziemlich konkreten Bild im Kopf. Ich habe mir vorgestellt, was wohl wäre, wenn jemand am Ende seines Lebens in eine Art Spiegel blickt, in ein Symbol für das Leben als auch den Tod. Dies ist in diesem Falle die Sonne; sterbend, befleckt, unrein und unvollkommen. Am Ende erkennt unsere Hauptfigur diese Parallelen zu seinem eigenen Dasein.

Gibt es bereits neue Projekte, auf die wir uns freuen dürfen?

Nun, dieses Jahr werde ich auf jeden Fall einen Bewerbungsfilm drehen, der dann zum Ende meiner Ausbildung 2015 an die Filmhochschulen rausgeht. Da befinde ich mich momentan in der Konzeptionsphase und spiele noch mit ein paar Ideen, nichts konkretes.

Zwischenzeitlich werde ich in nächster Zeit immer mal wieder kleinere Projekte in Angriff nehmen, allerdings vermutlich nichts, was öffentlich präsentiert wird. Mal schauen!

Vielen Dank für das Interview!

Mehr Infos und den kostenlosen Download zum Film gibt es unter www.Cold-Entertainment.de.

(Artikelbilder: © Nico Sanft)

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Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
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Hi, mein Name ist Daniel A. Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

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