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Wer ein Kurzfilm oder ein Video im Internet hochladen will, steht vor der Qual der Wahl. Denn mögliche Videoportale gibt es genug. Vor allem YouTube konnte sich in den letzten Jahren deutlich von allen anderen Videoportalen abheben. Doch ist YouTube damit automatisch immer die beste Lösung?

In diesem Artikel vergleiche ich die bekanntesten Videoportale und verdeutliche die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Videoportale im Vergleich

Bevor wir zu den einzelnen Videoportalen kommen, ist es wichtig, dass es kein „Richtig“ oder „Falsch“ bei der Auswahl der favorisierten Videoplattformen gibt. Alle Videoplattformen haben Vor- und Nachteile und eignen sich für bestimmte Ziele besser oder schlechter als andere.

Das Erste woran du denken solltest, sind die Hauptziele für deinen Film. Willst du den Film als Künstler posten oder als jemand der „nur“ Videos macht?

Wenn du viele Klicks und Views generieren willst, ist YouTube wohl die beste Möglichkeit.

Vimeo dagegen hat deutlich weniger Nutzer. Allerdings besteht das Publikum aus Leuten die gezielter nach kreativen Filmen suchen, während bei YouTube hauptsächlich nach Unterhaltungsvideos gesucht wird.

YouTube, wo sonst?

YouTube ist das größte Videoportal der Welt. Die 2005 gegründete Website verzeichnet über Millionen angemeldete Benutzer und es werden jeden Tag mehr. Jeden Monat besucht über eine Milliarde Benutzer das Videoportal. Daher erscheint es mehr als logisch sein Video oder Kurzfilm bei YouTube hochzuladen.

Vorteile

Durch die immer weiter ansteigende Popularität des Videoportals und die unglaubliche Masse an täglichen Nutzern, hat man theoretisch dort die besten Chancen gesehen zu werden. Jeder Internetnutzer kennt YouTube und es ist für viele ein fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden.

Verschiedene Statistiken belegen, dass rund 4 Milliarden Videos jeden Tag auf YouTube angesehen werden.

Nachteile

Der große Vorteil von YouTube ist gleichzeitig sein größter Nachteil.

Jede Minute werden etwa 100 Stunden Videomaterial hochgeladen. Insgesamt sind bereits viele Milliarden Videos hochgeladen worden. Bei dieser Masse wird es immer schwerer die gewollte Aufmerksamkeit zu erreichen. Nur wer sich bereits einen Namen gemacht hat, generiert täglich neue Klicks. Über 98% der Videos gehen in der riesigen Masse unter.

Ein weiterer Nachteil von YouTube ist der verwendete Codec um die Massen an Videos zu komprimieren. Durch die Videokomprimierung geht verhältnismäßig mehr Bildqualität verloren, als bei anderen Portalen, wie Vimeo. Wer also alles auf Qualität setzt, sollte sich daher nach Alternativen zu YouTube umsehen.

Vimeo – Qualität statt Quantität

Vimeo ist ein Videoportal für nichtkommerzielle Videos und Filme, dass 2004 gegründet wurde. Die Videoplattform war eines der ersten Portale, das ab Oktober 2007 das HD-Format (720p) unterstütze. Im Gegensatz zu YouTube setzt Vimeo auf Qualität und nicht auf Quantität.

Sogar der Name unterstützt dieses Konzept: Das Wort „Vimeo“ ist ein Anagramm des englischen Wortes „Movie“. Außerdem erinnert der Name an das Wort „Video“ und da das „d“ durch ein „m“ ersetzt wurde und somit das Wort „me“ gebildet wird, gibt es ein Hinweis darauf, dass alle hochgeladenen Videos und Filme selbst produziert wurden.

Vorteile

Der größte Vorteil von Vimeo ist die Bildqualität. Der von Vimeo verwendete Codec schafft den perfekten Spagat zwischen guter Komprimierung und „so gut wie keinem“ Qualitätsverlust.

Ein weiterer Pluspunkt für Vimeo ist die Kommentarfunktion. Zwar ist eine Kommentarfunktion bei Videoplattformen absoluter Standard, allerdings sind die Kommentare deutlich konstruktiver und überlegter als bei YouTube. Dort gehören ironische, sarkastische und beleidigende Kommentare zur Tagesordnung.

Nachteile

Vimeo stellt für kostenlose Mitgliedschaften höchstens 500 MB pro Woche zum Upload zur Verfügung. Wer mehr hochladen möchte, muss sich einen erweiterten Account kaufen.

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Ein weiterer kleiner Nachteil sind die im Vergleich zu YouTube längeren Ladezeiten. Durch die hohe Qualität und die geringere Komprimierung benötigen die Videos und Filme bei Vimeo durchschnittlich länger zum laden.

MyVideo

Das Videoportal MyVideo wurde im April 2006 gegründet und ist ein Tochterunternehmen der zu ProSiebenSat.1 Gruppe gehörigen SevenOne Intermedia GmbH. MyVideo bietet u.a. über 40.000 offizielle Musikvideos, 200 Kinofilme, über 60 Serien mit mehreren hundert Folgen und natürlich Live-Streams und unzählige Videos von User an. Damit unterscheidet sich die Videoplattform deutlich von den anderen hier aufgeführten Portalen.

Insgesamt stehen auf MyVideo etwa 4 Millionen Videos zur Verfügung, ungefähr 9.000 Videos werden pro Tag hochgeladen und ca. 8 Millionen Menschen surfen monatlich auf der Plattform.

Vorteile

Im Gegensatz zu YouTube werden bei MyVideo verhältnismäßig weniger Videos wegen Urheberrecht gesperrt. Wer also ein Video mit Gema-geschützter Musik hochlädt, hat bessere Chancen nicht nach ein paar Tagen gesperrt zu werden. Allerdings sollte man grundsätzlich darauf verzichten, geschützte Musik zu verwenden. Das kann früher oder später immer zu Problemen führen.

Nachteile

Vor allem durch YouTube verzeichnen die anderen Videoportale deutlich weniger Traffic. Die meisten Nutzer von MyVideo besuchen die Website hauptsächlich wegen der verfügbaren Serien und Filme. Damit sinken die Chancen das eigene Video erfolgreich verbreiten zu können.

Ich persönlich empfehle MyVideo als Ergänzung zu den anderen Videoportalen. Allerdings würde ich meinen Kurzfilm nicht nur auf MyVideo verbreiten. Das ist uneffektiv was die möglichen Klicks & Views betrifft, die man erreichen könnte.

Clipfish

Genau wie MyVideo wurde Clipfish im Jahr 2006 gestartet. Die Videoplattform wurde von der RTL Tochterfirma RTL interactive gegründet und bietet von Musikvideos, TV-Serien über RTL-Sendungen bis hin zu ganzen Kinofilmen ein breites Spektrum an Möglichkeiten an. Mit rund 3,14 Millionen Besuchern pro Monat ist Clipfish hinter MyVideo das zweitgrößte deutsche Videoportal.

Vorteile

Wenn du einen richtig guten Kurzfilm gemacht hast, kann dir Clipfish durch seine Top-Ranking-Listen helfen, ein größeres Publikum zu finden. Außerdem bietet Clipfish regelmäßige Videowettbewerbe an, bei denen man tolle Preise gewinnen kann.

Nachteile

Der große Nachteil der Videoplattform ist das Zielpublikum. Wer die Website aufruft, sucht meistens nach einer verpassten TV-Serie oder einem Kinofilm. Eine wirklich professionelle Kurzfilm-Community sucht man bei Clipfish vergebens. Zwar wirst du den ein oder anderen kreativen Kurzfilm finden, die große Masse tummelt sich aber lieber bei Youtube oder Vimeo. Für Freunde von „DSDS“ oder „Dschungelcamp“ ist Clipfish die optimale Plattform.

Videoportale im Vergleich – Fazit

Im Vergleich zeigt sich folgendes Ergebnis: Mit YouTube, dem größten Videoportal im Internet, ist man zunächst bestens beraten. Allerdings ist es durch das große Angebot an Videos und Filmen auch schwieriger gesehen zu werden.

Vor allem Filmemacher, denen die Bildqualität sehr wichtig ist, laden ihre Filme parallel auf Vimeo hoch, um den Zuschauern die Wahl zu lassen.  Andere Videoportale wie MyVideo oder Clipfish, eignen sich gut für Videos, allerdings weniger für künstlerische Filme. Dennoch können sie andere Videoportale ergänzen und gegebenenfalls zu mehr Klicks führen.

Im Endeffekt muss jeder Filmemacher für sich selbst entscheiden, ob er auf Qualität oder Quantität setzen möchte. Es ist aber durchaus empfehlenswert, den eigenen Film auf mehreren Videoportalen hochzuladen und gegenseitig zu verlinken. So kann jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden, welches Portal er bevorzugt.

Auch Verlinkungen zu Facebook, Twitter und der eigenen Website sind immer empfehlenswert. Unwissende werden kaum durch Zufall auf den eigenen Film klicken. Daher ist es immer wichtig, auf den Film hinzuweisen und mit Verlinkungen nicht zu sparen.

So hast du die besten Chancen, dass möglichst viele Leute deinen Film zu sehen bekommen.

(Artikelbild: Valentin Drießen / authenticsnaps.com)

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Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
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Hi, mein Name ist Daniel Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

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Eine Antwort

  1. Christian Nosty

    Ich lebe für Youtube. Hab vor vielen Jahren auf MyVideo angefangen, aber ich glaube man kann dort gar keine eigenen Videos mehr hochladen. Als ich das letzte Mal dort online war hab ich nur noch Musikvideos gesehen und verschiedene Shows. Es hat sich sehr viel verändert. Youtube hat halt die meisten Nutzer und da ich selber mittlerweile über 100.000 Abonnenten habe weiß ich wie schwer es mittlerweile ist dort Fuß zu fassen. Es wird so viel hochgeladen und dank der komischen Trends gehen die meisten Inhalte komplett unter.

    Antworten

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