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Gute Dialoge schreiben ist eine Kunst für sich. Nur wenigen Autoren gelingt es gute, spannende und unterhaltsame Dialoge zu schreiben, die nicht überflüssig wirken und einen Mehrwert bieten.

Doch mit viel Übung, Motivation und den richtigen Grundlagen kann es jeder schaffen, solche Dialoge zu verfassen.

In diesem Artikel gibt es die 10 wichtigsten Tipps, um wirklich gute Filmdialoge zu schreiben.

1. Charaktere entwickeln und Vorarbeit leisten

Bevor man damit anfängt Dialoge zu verfassen, sollten bereits alle Charaktere vollständig entwickelt sein. So kann man die Dialoge individueller gestalten und auf den jeweiligen Charakter zuschneiden. Außerdem fällt es dann leichter, die Dialoge zu schreiben und man spart sich unnötiges Kopfzerbrechen. Eine umfangreiche Vorarbeit zahlt sich also aus.

Eine weitere interessante Möglichkeit ist es, die Dialoge erst ganz am Ende zu schreiben nachdem die konkrete Handlung bereits feststeht. Das hat den Vorteil, dass man das Gesagte gezielter an die Handlung anpassen kann und unwichtige Inhalte vermieden werden.

2. Einfache Dialoge schreiben

Dialoge sollten grundlegend einfach gestaltet sein. Die Grundregel ist: Auf Aktion folgt Reaktion.

Die größte Gefahr bei längeren oder komplizierten Dialogen ist der Dialog selbst. Das bedeutet konkret, dass längere Dialoge schnell Langeweile erzeugen können und somit der Zuschauer das Interesse am Film verliert.

Daher ist einer der größten Fehler „zu viel Dialog“ zu schreiben. Denn dann kann es passieren, dass die Dialoge keine eindeutige Funktion mehr erfüllen. Und das wiederum wirkt sich negativ auf den gesamten Film aus. Mehr dazu findet ihr unter Punkt 6.

Es gilt: Lieber einfache Dialoge mit eindeutiger Funktion, als lange und uninteressante Dialoge.

3. Realistische und fiktive Sprache

Fiktive Sprache unterscheidet sich in vielen Punkten von realistischer Sprache.

Vor allem im Film werden nur sehr selten realistische und alltägliche Dialoge verwendet. Niemand möchte langweiliges Gequatsche über den Alltag und das Wetter hören, außer es dient einem „höheren“ Zweck (z.B. Konflikte schaffen).

Auch auf Laute wie „Ähm“ oder „Öhm“ kann man so gut wie komplett verzichten. Je nachdem, um was für ein Charakter es sich handelt und in welcher Situation er sich befindet. Ansonsten sind Fülllaute unnötig und können getrost weggelassen werden.

Einer der größten Unterschiede zwischen realistischer und fiktiver Sprache ist der Informationsgehalt. Während im echten Leben über 75% des Gesagten relativ unwichtig erscheint, sollte fiktive Sprache dagegen nur wichtige Informationen enthalten.

Die Eigenschaft eines wirklich guten Dialogs ist es, dass er zwar eine Funktion erfüllt, aber der Zuschauer diese Funktion nicht durchschaut. Der Dialog sollte als „normales“ Gespräch aufgenommen werden. Gute Dialoge schreiben sich also definitiv nicht von allein.

4. Jeden Charakter individuell sprechen lassen

Nichts ist langweiliger, als wenn jeder Charakter gleich ist und dieselbe „Sprache“ spricht. Natürlich ist damit nicht die Sprache an sich gemeint, sondern die Art und Weise, wie der jeweilige Charakter spricht.

Um Dialoge spannend und unterhaltend zu gestalten, sollte jeder Charakter deswegen seine eigene individuelle Sprache sprechen.

Dabei spielen die folgenden Punkte bei der Sprache eine besondere Rolle:

  • Wortschatz
  • Aussprache
  • Betonung
  • Akzent/Dialekt
  • Besonderheiten (Stottern, Herkunft, Umfeld, etc.)

Diese Punkte sollten sich bei jeder Person unterscheiden und den jeweiligen Charakter der Figur unterstützen.

Treffen diese Figuren dann im Dialog aufeinander, entstehen zwangsläufig spannendere und interessantere Dialoge.

Achtung: Die Sprache ist Teil der Persönlichkeit und sollte sich daher im Verlauf des Films nicht großartig ändern. Auch bei langfristigen Änderungen (Älterwerden, Umzug in ein anderes Gebiet, einschneidende Erlebnisse) verändert sich die Sprache nur sehr langsam und nicht von heute auf Morgen.

5. Indirekte Dialoge schreiben

Genau wie im echten Leben, sagen fiktive Charaktere selten genau das, was sie wirklich meinen. Stattdessen wird indirekt um das eigentliche Thema „herum geredet“. Das wirkt realistischer und macht den Dialog spannender.

Hier ein langweiliges Beispiel für einen sehr direkten Dialog:

Tom: Heute ist gutes Wetter und ich möchte ich an den See. Kommst du mit?

Lucy: Nein danke, ich habe keine Lust.

Tom: Komm schon, das wäre toll!

Lucy: Nein, ich habe wirklich keine Lust.

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 So könnte ein passender indirekter Dialog aussehen (auch nicht „hollywoodreif“, aber besser 😉 ):

Tom: Das nenn ich mal ein Wetter, da schwitzt man ja schon beim rausgucken.

Lucy: Sieht eher nach Regen aus.

Tom: Tatsächlich? Ich hab gehört das Haus am See hat wieder dein Lieblingseis.

Lucy: Glaub ich nicht.

Tom: Doch doch, ein Vögelchen hat’s mir gezwitschert.

Lucy: Tja, schade, dass sie Regen angesagt haben.

6. Dialoge sollten ein Ziel verfolgen

Dialoge sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie eine bestimmte Funktion erfüllen! Sonst können Gespräche schnell langweilig und überflüssig wirken und der Zuschauer verliert das Interesse am Film.

Die bekanntesten Funktionen von Dialogen sind:

  • Konflikte erzeugen (innerliche/äußerliche Konflikte)
  • Die Handlung voranbringen
  • Informationen über Charaktere preisgeben
  • Unterhaltung (z.B. coole Sprüche in Action-Filmen)

Wer bei den eigenen Dialogen keine dieser Funktionen feststellt, sollte sie am besten direkt streichen oder überarbeiten. Niemand will funktionslose und langatmige Gespräche lesen und schon gar nicht hören.

7. Dialoge durch Handlungen betonen

Eine gute Möglichkeit um bestimmte Dialogzeilen zu betonen, ist gleichzeitig eine Handlung einzubauen, die das Gesagte unterstreicht.

Ein Beispiel:

„Man, hab ich einen Hunger.“

Oder:

(greift zum Skalpell)
„Man, hab ich einen Hunger“

Eine weitere Möglichkeit ist, die Dialoge an spannende Orte zu verlegen und so dem Gesagten eine besondere Bedeutung zukommen zu lassen.

Was wäre zum Beispiel, wenn die Gesprächspartner während des Dialogs mitten auf dem Highway spazieren gehen oder gerade mit dem Flugzeug abstürzen?

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

8. Monologe vermeiden

Im Film werden Monologe nur gezielt und vereinzelnd eingesetzt.

Grundsätzlich gilt: Längere Monologe sollten vermieden werden, denn sie können schnell unrealistisch wirken und Langeweile erzeugen.

Besser ist es, wenn Charaktere miteinander agieren und sich gemeinsam unterhalten. Immer nach dem Motto „Auf Aktion folgt Reaktion“.

9. Vorsicht mit Dialekten

Vor allem bei deutschen Filmen erzeugen Dialekte schnell bestimmte Klischees. Das sollte man beim Schreiben von Dialogen auf gar keinen Fall vergessen!

So erzeugt zum Beispiel ein ostdeutscher Dialekt sofort bestimmte „ostdeutsche Klischees“ beim Zuschauer, die möglicherweise gar nicht beabsichtigt sind.

Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Dialekte, nicht nur in deutscher Sprache.

Aus diesem Grund sollte man mit Dialekten vorsichtig umgehen und lieber darauf verzichten, wenn sie nicht unbedingt nötig für den jeweiligen Charakter sind.

10. Zeichensetzung und Kontrolle

Die Zeichensetzung spielt bei Dialogen eine große Rolle. Sie entscheidet darüber, wie ein Satz betont und ausgesprochen wird. Deswegen ist es besonders wichtig, die Zeichensetzung nach der ersten Dialog-Version nochmal genauer zu überprüfen.

Außerdem sollten die einzelnen Dialoge auf ihre Funktion und Relevanz überprüft werden. Dieser Schritt ist besonders bei längeren Dialogen sehr wichtig.

Mit diesen Fragen kann man die Dialoge nochmals überprüfen:

  • Ist der Dialog unbedingt nötig?
  • Liegt ein Konflikt vor?
  • Klingt der Dialog nach Klischees?
  • Ist der Dialog abwechslungsreich und spannend?
  • Kann es nicht besser indirekt gesagt werden?

Sind alle Fragen geklärt und der Dialog wird für „fertig“ erklärt, bietet es sich an, die Geschichte oder das Drehbuch ein paar Testlesern zu geben und ihre Meinung zu den Dialogen zu hören.

Allerdings sollte man es nicht von der eigenen Familie „testlesen“ lassen, denn vor allem Eltern sind immer stolz auf das, was man macht. Außer natürlich die Eltern und Geschwister sind renommierte Filmemacher mit objektiver Meinung 😉

Fazit

Wer wirklich gute Dialoge schreiben will, sollte viel Geduld mitbringen. Denn es erfordert einiges an Übung, um das richtige Gefühl für gute Dialoge zu entwickeln.

Dieses Gefühl entwickelt man am besten durch viel Übung und natürlich durchs Filme gucken.

Wer diese 10 Tipps beherzigt, befindet sich auf dem besten Weg, um gute Dialoge zu schreiben.

(Artikelbild: © Ollyi / photodune.net)

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Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
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Hi, mein Name ist Daniel A. Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

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