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Ein Drehbuch ist die Grundlage eines jeden Films. Es enthält die Handlung, die Dialoge und den dramaturgischen Spannungsbogen einer Geschichte. Dabei kann ein Drehbuch unterschiedlich lang und ausführlich sein.

Es ist außerdem an eine bestimmte Schreibweise und Formatierung gebunden und eine absolute Grundvoraussetzung für einen dramaturgisch-spannenden und interessanten Film.

In diesem Artikel stelle ich den Aufbau eines Drehbuchs vor und zeige, wie man ein Drehbuch schreibt.

Am Anfang steht immer eine Idee

Bevor man beginnt ein Drehbuch zu schreiben, geht es darum eine Geschichte zu entwickeln. Und für eine gute Geschichte braucht man wiederum eine gute Idee. Aus dieser Filmidee entwickelt sich dann Schritt für Schritt die eigentliche Geschichte – auch Story genannt. Erst wenn man diese Story hat, lohnt es sich, mit dem Drehbuchschreiben zu beginnen.

Für alle, die noch auf der Suche nach einer guten Filmidee sind, gibt es in diesem Artikel nützliche Tipps und Tricks für die Ideenfindung.

Hat man bereits eine Story, gilt es diese vor dem Schreiben des Drehbuchs zu überprüfen.

Eine gute Story zeichnet sich durch folgendes aus: Eine klare Intention, spannende Wendepunkte und eine klare Aussage. Außerdem sollte der dramaturgische Spannungsbogen vor dem Beginn des Schreibens feststehen. Da besonders dieser Schritt oft vernachlässigt wird, gilt es besonders hier ausführlich und gründlich zu arbeiten.

Um eine spannende Geschichte / Dramaturgie zu entwickeln, sollte man sich die wichtigsten Fragen zu seiner Geschichte selbst beantworten können.

Dazu gehört vor allem folgende Fragen:

• Was ist die grundlegende Handlung?
• Hat die Geschichte interessante Charaktere?
• Was ist Beginn und Ende des Films?
• Wann sind die dramaturgischen Wendepunkte (Plot-Points) in der Geschichte?
• Gibt es einen roten Faden (Spannungsbogen)?
• Was ist die Aussage des Films?
• Für wen soll der Film gemacht werden (steht die Zielgruppe fest)
• Wie realistisch die Realisierung des Projektes?

Sind diese Fragen klar beantwortet, geht es darum die Geschichte zusammenfassend aufzuschreiben. Für solch eine Zusammenfassung bietet sich eine Exposé an. Dieses ist je nach Film ein paar Seiten lang und beschreibt die zusammengefasste Handlung ohne ausführliche Dialoge.

Mithilfe eines solchen Exposés ist es leichter, konstruktive Kritik einzuholen und vor dem eigentlichen Drehbuchschreiben die Geschichte weiter zu überarbeiten.

Was muss rein in ein gutes Drehbuch?

Nachdem man die wichtigsten Einzelheiten der Geschichte in einem Exposé festgehalten hat, geht es an das eigentliche Schreiben.

Doch was muss rein in ein gutes Drehbuch?

Ein normales Drehbuch enthält den Handlungsverlauf der Geschichte, inklusive aller Dialoge, sowie und Orts- und Zeitangaben. Ein gutes Drehbuch zeichnet sich allerdings durch einiges mehr aus. Vor allem eine gute Idee und eine dramaturgisch-wertvolle Handlung stehen hier im Mittelpunkt. Außerdem ist eine gute schriftliche Umsetzung der Geschichte ein wesentlicher Bestandteil eines guten Drehbuchs.

Denn was bringt die beste Geschichte, wenn das Drehbuch kompliziert geschrieben und schwer verständlich ist?

Damit ein Drehbuch automatisch die wichtigsten Punkte enthält und gut zu lesen sind, gibt es bestimmte Formatierungsregeln für das Drehbuchschreiben. Diese garantiert eine einfache Übersicht und Lesbarkeit.

Außerdem sorgt diese Formatierung dafür, dass eine Drehbuchseite etwa einer Minute des späteren Films entspricht. So lässt sich die Filmlänge bereits anhand des Länge des Drehbuchs abschätzen.

Typisch für ein Drehbuch ist die Schriftart „Courier“, die Schriftgröße 12 und die typischen auf den Zentimeter genauen Seitenränder und Einschübe. Damit auch alles genau beachtet wird, und man sich auf das Schreiben konzentrieren kann, benutzen die meisten Drehbuchautoren extra Programme zum Drehbuch-Schreiben.

Ein sehr bekanntes und kostenloses Programm, was ich auch aus eigener Erfahrung empfehlen kann ist „Celtx„.

Ein Drehbuch schreiben

Nachdem man seine Filmidee strukturiert und mehrfach überarbeitet hat, kann es losgehen. Im Folgenden habe ich die einzelnen Elemente eines Drehbuchs zur besseren Beschreibung aufgeteilt.

Drehbuch schreiben – Die Szenenüberschrift

Bevor eine Handlung beschrieben wird, gibt es eine Szenenüberschrift aus der deutlich wird, wo genau und wann die danach folgende Handlung spielt.

Eine mögliche Szenenüberschrift könnte so aussehen:

INNEN – RATHAUS – TAG

Dabei wird die Szenenüberschrift grundsätzlich groß geschrieben und teilt sich in drei Teile auf.

• Spielt die Szene INNEN oder AUSSEN?
• Wo spielt die Szene? z.B. RATHAUS, FLUGHAFENg
• Wann spielt die Szene? z.B. TAG, NACHT, NACHMITTAG

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An erster Stelle wird festgelegt in welchem Umfeld die Szene spielt, an zweiter Stelle der genaue Ort und an dritter Stelle die Tageszeit.

Drehbuch schreiben – Die Handlung

Die eigentliche Handlung wird kurz, prägnant und ohne überflüssige Beschreibungen im Präsenz geschrieben. Alle Informationen sollten für die Story relevant sein. Wenn eine Person das erste Mal in einer Handlungsbeschreibung auftritt, wird sie in Großbuchstaben geschrieben.

Ein Beispiel:

PETER verlässt das Rathaus und sieht sich kurz um. Er blickt auf seine Armbanduhr und geht Richtung Straße. Ein weißer Sportwagen hält an, Peter steigt ein und der Wagen fährt los.

Drehbuch schreiben – Die Charaktere

Wie oben beschrieben, werden Charaktere in der Handlung beim erstmaligen Auftreten in Großbuchstaben geschreiben. Danach in normaler Rechtschreibung. Dies gilt für jeden Charakter.

Vor allem Hauptcharaktere werden beim erstmaligen Auftreten meistens in ein bis zwei Sätzen beschrieben, um dem Leser ein besseres Bild des Charakters zu vermitteln. Dabei werden nur für die Story relevante Dinge beschrieben und alles unnötige weggelassen.

Beispiel:

PETER kniet hinter einem Rednerpodest und schließt einen silbernen Koffer. Peter ist ein kleiner Mann mit roten Haaren und einer Narbe auf der Wange. Die Narbe hat die Form eines Dreiecks.

Wenn Nebendarsteller oder Statisten ohne Namen auftreten werden sie entweder beschrieben oder mit einer Nummerierung versehen. Auch sie werden beim ersten Auftritt groß geschrieben.

Beispiele:

• DICKER POLIZIST
• EINGEBILDETE PASSANTIN
• ANWALT 1
• ANWALT 2

Drehbuch schreiben – Die Dialoge

Ein Drehbuch besteht zum Großteil aus Dialogen. Deswegen sollte beim Schreiben eines Drehbuchs vor allem auf realistische und zum Charakter passende Dialoge geachtet werden.

Sätze wie „Los lass und gehen und den Kerl umbringen“ sind in der Regel nicht realistisch und wirken schnell amateurhaft.

Ein Dialog im Drehbuch ist grundlegend in drei Teile aufgeteilt:

1. Zu Beginn steht der Name des Sprechers in Großbuchstaben.

2. In der zweiten Zeile steht in Klammern die Art und Weiße wie der Dialog gesprochen wird. Dies ist aber nur in Ausnahmefällen nötig, wenn es nicht aus dem Dialog hervorgeht. Schritt 2 kann also in den meisten Fällen weggelassen werden.

3. In der nächsten Zeile folgt schließlich der Dialog in normaler Schreibweise.

Beispiel:

PETER
(wütend)
Was soll ich damit? Willst du mich verarschen?
 
NICK
Mach’s auf.  
 

Drehbuch schreiben – Regie- und Kameraanweisungen

Grundsätzlich haben Regie- und Kameraanweisungen nichts in einem Drehbuch zu suchen. Es kann aber in Ausnahmefällen von Vorteil sein, um eine Szene dramaturgisch zu beschreiben. Dann werden Abkürzungen wie T (Total), N (Nah), CU (Close Up) oder POV (Point of View) verwendet.

Auch Szenenübergänge werden eigentlich nicht ins Drehbuch geschrieben. Allerdings haben sich hier die Begriffe AUFBLENDE/ABBLENDE (Englisch: FADE IN/FADE OUT) für den Anfang und das Ende einer Szene oder des ganzen Films etabliert. Sie sind öfter im Drehbuch zu finden als Regie- oder Kameraanweisungen.

Alles was einen Film aus der technischen Sicht beschreibt, wird extra geschreiben. Zum Beispiel in einem tabellarischen Treatment.

Fazit und Beispiel einer Drehbuchseite

drehbuch_schreiben_beispielseiteHier ein Beispiel einer typisch aufgebauten Drehbuchseite.

Man sollte bedenken, dass die oben genannten Punkte lediglich den grundsätzlichen Aufbau eines Drehbuchs beschreiben. Doch natürlich gehört zum Drehbuchschreiben wesentlich mehr als ein ordentliches Layout.

So zeichnet sich ein gutes Drehbuch durch eine spannende Dramaturgie, interessante Charaktere und eine Menge Vorarbeit und Recherche aus.

Es ist also wesentlich mehr als ein gut formatierter Text.

Mehr Informationen über das Layout, den Aufbau und das Schreiben eines Drehbuches findet man bei WikiBooks und drehbuchschreiben.org.

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Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
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Hi, mein Name ist Daniel A. Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

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10 Responses

  1. Pöppl Christian

    Grüß Gott Herr Negenborn,

    mein Name ist Pöppl Christian. Ich habe ihren Artikel übers Drebuchschreiben auf der Seite „Filmmachen.de“ gelesen.

    Ich schreibe gerade an 2 unterschiedlichen Entwürfen zu Filmideen. Leider musste ich feststellen, dass ich keinerlei Fähigkeiten als Autor besitze und die Bilder in meinem Kopf nur schwer auf Papier bringe.
    Können Sie mir verraten, wo ich ein „Expose“ für einen Film kritisch bewerten lassen kann? Wer hat schon Lust fremde Ideen durchzulesen.

    Mfg,
    Pöppl Christian

    Antworten
    • Daniel Negenborn
      Daniel Negenborn

      Hallo Christian,

      leider kenne ich keine offiziellen „Portale“, bei denen man als „Leihe“ seine Exposé-Entwürfe bewerten lassen kann. Allerdings kannst du mir dein Entwurf gerne schicken und ich bewerte ihn nach den Aspekten, die ich innerhalb meiner Ausbildung gelernt habe.
      Gerne kann ich dir auch das Exposé von meinem Abschlussfilm „David“ als Vergleich zukommen lassen.
      Gruß, Daniel

      Antworten
  2. Marica

    Hallo. Diese Drehbuch Beschreibung ist sehr gut. Ich bin gerade selbst am Drehbuch schreiben. Danke. Bitte schicken sie mir eine Email damit ich Sie, falls Fragen sind, anschreiben kann.
    Herzlichen dank, Marica

    Antworten
  3. Karl Diether

    Sehr geehrter Herr Negenborn,

    vor Monaten speicherte ich Ihre Seite ab, für den Tag, an dem ich die erste Frage an sie habe. Nun ist es soweit: Die Story verfolgt mich seit Jahren, nun begann ich die ersten von Ihnen vorgeschlagenen Schritte zu gehen. Die Story steht, die Handlung ist in groben Zügen geschrieben, die ersten Dialoge für ein eventuelles Drehbuch ausgearbeitet. Nun die eigentliche Frage. Erst ein Expose schreiben ist verständlich… aber an wen senden? Ich selbst komponiere und texte auch für Musikverlage und Plattenlabels, weiß als GEMA-Mitglied was zu tun ist. Wie bitte gehe ich mit einem Expose vor, auch um die Idee nicht klauen zu lassen?

    P.S.ich bin bereits 65 J.alt und habe i.M.nur vor dieses eine Drehbuch zu schreiben. Für einen Kontakt oder eine Antwort wäre ich Ihnen zu großem Dank verpflichtet.

    MfG. K.Diether

    Antworten
    • Daniel Negenborn
      Daniel Negenborn

      Hallo Karl,

      es freut mich sehr, dass dir meine Seite FilmMachen.de gefällt und ich dir etwas helfen konnte. Wenn es darum geht, ein Exposé oder ein Drehbuch schützen zu lassen, bin ich leider nicht der Experte. Doch wenn es dir ernst ist, würde ich einen Notar ansprechen, der sich damit auskennt. So kannst du die Idee „notariell hinterlegen“ lassen und bei evtl. Problemen die Urheberschaft beweisen. Das kostet zwar Geld, ist aber der sichere Weg.

      Übrigens, weitere Informationen zu dem Thema findest du u.a. bei dem Verband Deutscher Drehbuchautoren.

      Gruß, Daniel

      Antworten
  4. Leopold Krueck

    Hallo!
    Ich hätte eine Frage, nämlich wie würde es mit den Filmrechten aussehen? Ab wann besitzt man sie oder wie bekommt man sie?
    Würde mich über eine Antwort freuen!

    Antworten
    • Daniel Negenborn
      Daniel Negenborn

      Hallo Leopold,

      wenn man von „Filmrechten“ spricht, meint man oft, dass man das Recht besitzt einen bestimmten Stoff (z.B. Buch, Hörspiel) verfilmen zu dürfen. Diese Rechte liegen meistens bei den Verlagen, Vertreibern und müssen vertraglich erworben werden. Andere meinen mit „Filmrechten“ die Rechte an einem eigenen Film (z.B. Kurzfilm). Diese Rechte erhält man automatisch, wenn man selbst alles gemacht hat oder sich die Rechte der einzelnen Elemente vertraglich sichert. Beispiel: Ich mache einen Kurzfilm und mache alles selbst außer die Musik. Also lasse ich mir die Rechte für die Verwendung der Musik vertraglich zusichern und habe damit alle Rechte an meinem Film.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen!

      MfG
      Daniel

      Antworten

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