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„Einen Film drehen ohne Geld“ – Was sich auf den ersten Moment unvorstellbar anhört, ist in den letzten Jahren zum Trend geworden und schon längst nicht mehr unmöglich.

Vor allem diejenigen, die später einmal beruflich im Filmbusiness arbeiten möchten, sollten am besten so früh wie möglich damit anfangen, eigene Filme zu drehen. Denn dabei sammelt man besten viel Erfahrung und lernt immer was dazu. Low-Budget Filme sind eine sehr gute Möglichkeit, um damit zu starten.

Deswegen gebe ich in diesem Artikel 7 hilfreiche Tipps, wie man einen guten No-Budget Film dreht und was man bei der Planung besonders beachten sollte.

Was ist ein No-Budget-Film?

Wie der Name schon sagt, ist ein No-Budget-Film ein Überbegriff für eine Filmgattung, deren Filme mit keinem Budget realisiert werden oder werden sollen.

Allerdings zählen auch oft Filme mit einem sehr geringen Budget offiziell als No-Budget-Filme. Eine klar definierte Grenze, was nun ein No-Budget- oder ein Low-Budget-Film ist, gibt es leider nicht. Generell kann man aber sagen, dass auch Filme, die ein paar Hundert Euro Produktionskosten verursachen, auch als No-Budget-Produktionen gelten.

Außerdem haben No-Budget-Filme, im Gegensatz zu Low-Budget-Filmen, nicht das Ziel am Ende Profit zu machen. Dadurch grenzt sich der No-Budget-Film deutlich von allen anderen Filmgattungen ab.

Die folgenden Tipps sind für die Art von No-Budget-Filmen, die wirklich nichts kosten sollen.

1. Die vorhandene Technik nutzen

Wenn kein Geld zur Verfügung steht, ist es immer das Beste mit bereits vorhandenem Equipment zu arbeiten. Man braucht nicht immer die größte Kamera, um einen Film zu drehen. Im Gegenteil: Viele Filmemacher drehen ihre Filme mit Spiegelreflexkameras und minimalem Equipment, um ihr Budget zu schonen.

Tipp: Wenn man selbst kein Equipment zur Verfügung hat, kann man versuchen sich etwas von Freunden oder Verwandten zu leihen.

Eine andere Möglichkeit wäre sich nach anderen Filminteressierten umzuschauen, die Lust haben bei dem eigenen Projekt mitzumachen. Oft haben viele eine eigene Kamera oder anderes Equipment griffbereit.

2. Auf komplexe Szenen verzichten

Was heißt das genau? Wenn man zum Beispiel eine Szene mit mehreren Schauspielern auf mehrere Räume verteilt, bedeutet dies unweigerlich mehr Aufwand. Und mehr Aufwand bedeutet meistens mehr Kosten, denn es wird mehr Equipment und Zeit für den Dreh benötigt.

Deswegen ist es wichtig, sich auf die Geschichte im Film zu konzentrieren und die einzelnen Szenen so einfach wie möglich aufzubauen. Das heißt auch alles zu reduzieren, was unnötiger Mehraufwand wäre. Dazu gehören Locations, Schauspieler und Requisiten. Es sollte nur das übrig bleiben, was für die Geschichte elementar wichtig ist und keine Kosten produziert.

Tipp: Oft hilft es, wenn man vor Drehbeginn die einzelnen Szenen im Drehbuch durchgeht und überlegt, was man vereinfachen könnte und auf was man verzichten kann, ohne das es der eigentlichen Geschichte schadet.

3. Lieber einfache Kamerabewegungen

Wer einen No-Budget-Film macht, dreht keinen Hollywood Film. Deswegen sollte man auf aufwendige Kameraführung oder den Einsatz von Kranfahrten verzichten, denn diese lassen sich nur selten ohne Budget realisieren.

Besser ist es, sich auf einfache aber gute Bildgestaltung zu konzentrieren. Bei No-Budget-Filmen gilt das Motto: Weniger ist mehr!

Tipp: Lieber den Fokus auf gut gestaltete Bilder legen und auf übertriebene Kamerabewegungen verzichten. Vor allem dann, wenn sie keinen Mehrwert für den Film haben.

4. Keine Gagen für Schauspieler

Professionelle Schauspieler kosten Geld. Aus diesem Grund sollte man nach angehenden Schauspielern suchen, die auch ohne Geld für ihre Vita bei einem Film mitspielen.

Aus eigener Erfahrung mit diesem Thema kann ich berichten, dass das bis jetzt jedes Mal wunderbar geklappt hat. Auf vielen Internetportalen konnte ich gezielt nach Schauspielstudenten oder Theaterschauspielern suchen, die nur für Reisekosten und Catering dabei waren.

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Eine sehr bekannte Internetplattform ist Crew United.

Dort findet man viele Filmschaffende aus allen Bereichen. Unter anderem angehende Schauspieler und die E-Mail Adressen der Agenturen.

Hier gilt es Initiative zu zeigen und einfach ein paar Mails zu verschicken.

5. Alle Möglichkeiten ausschöpfen

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© V. Drießen / AuthenticSnaps.com

Wenn man keine finanziellen Mittel hat, ist es wichtig alle Möglichkeiten auszuschöpfen die sich einem bieten. Doch was heißt das genau?

Damit ist gemeint, einfach alles zu nutzen, was einem umsonst zur Verfügung steht. Das kann Technik sein, wie Nachtischlampen als Lichtersatz oder selbstgebaute Schienen Dollys mit Rollen von Inline Skates. Aber auch Freunde die freiwillig mithelfen sind enorm wichtig.

Alle Möglichkeiten auszuschöpfen bedeutet auch, sich für die Vorproduktion viel Zeit zu nehmen und alles genau zu planen und vorzubereiten.

Generell ist es wichtig, alle Ausgaben zu umgehen und dabei trotzdem nicht auf die potenzielle Qualität des Films zu verzichten. Oft hilft hier einfach die Erfahrung zu erkennen, was machbar ist und was nicht.

6. Einfache und bekannte Drehorte suchen

Die besten Orte um einen No-Budget-Film zu drehen ist Zuhause, in Parks, im Auto und überall sonst, wo man nichts dafür bezahlen muss. Vielleicht haben auch Freunde oder Verwandte einen grusligen Keller, eine Veranda oder ein Pool. Drehorte gibt es genug.

Man sollte allerdings beachten, dass es auch bei den Locations schnell zu Kosten kommen kann. Vor allem dann, wenn das gesamte Team mitsamt Equipment mehrere hundert Kilometer fahren muss.

Das sollte man auf jeden Fall bei der Planung und Sichtung der Locations immer im Hinterkopf behalten.

7. Einen Film drehen ohne Geld – Ist das realistisch?

Auch wenn dieser Artikel eigentlich für Filmproduktionen gedacht ist, die wirklich nichts kosten sollen, muss man noch eines an dieser Stelle klar sagen: Irgendwas kostet immer Geld.

Es ist einfach unglaublich schwer, ohne einen einzigen Euro auszukommen. Natürlich kommt es aber auch darauf an, was für eine Art von Film man dreht und was man sich als persönliches Ziel gesetzt hat.

Meistens sind es so Kleinigkeiten, wie Benzinkosten oder Verpflegung, die vor allem bei einem größeren Team schnell kleinere Summen verursachen. Es ist also immer hilfreich, vorher ein paar Euro für solche Fälle zur Seite zu legen.

Fazit

Einen Film ohne jegliche finanzielle Mittel zu machen ist nicht leicht, aber auch nicht unmöglich. Wer diese Tipps beherzigt, befindet sich auf dem besten Weg einen guten und interessanten No-Budget-Film zu machen.

Das Budget sollte schon während der Vorproduktion (Pre-Production) eine wichtige Rolle spielen. So kann man von vorneherein auf alles verzichten, was Kosten verursacht aber trotzdem alle Möglichkeiten ausschöpfen. Für diesen Schritt empfiehlt es sich, ruhig etwas mehr Zeit zu investieren. Denn eine gute Vorbereitung und Planung wirkt sich bei der späteren Produktion oft positiv aus.

Für den „Notfall“ sollte man aber trotzdem immer ein bisschen Geld dabei haben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die wichtigsten Entscheidungen schon bei der Planung getroffen werden sollten. Dann klappt es auch mit einem wirklichen No-Budget-Film.

(Artikelbild: © Andreas Hermsdorf  / pixelio.de)

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Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
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Hi, mein Name ist Daniel A. Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

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