Anzeige

Die Kameraführung im Film ist eines der wichtigsten gestalterischen Elemente, um stimmungsvolle Bilder zu kreieren und unvergessliche Atmosphären zu erschaffen.

Doch vor allem Anfängern und Einsteigern fehlt die Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten, eine Kamera richtig und interessant zu führen.

In diesem Artikel beschäftige ich mich deshalb mit den vielfältigen Möglichkeiten der Kameraführung und gebe eine Übersicht über die wichtigsten Grundlagen.

Dies ist übrigens der erste Teil der Artikelserie „Kameraführung im Film“.

Was ist eigentlich „Kameraführung“?

Bevor man damit beginnt, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Kameraführung vertraut zu machen, sollte man zunächst verstehen, was Kameraführung eigentlich bedeutet.

Die folgende Definition kann dabei helfen, den Begriff genauer zu verstehen:

Kameraführung beschreibt die Art und Weise, wie die Kamera bewegt wird und somit verschiedene Perspektiven aufeinanderfolgen, um damit einen bestimmten atmosphärischen Eindruck vom dargestellten Geschehen beim Zuschauer zu vermitteln.

Grob zusammengefasst heißt das: Der Begriff Kameraführung beschreibt, wie die Kamera eingesetzt wird, um eine Geschichte zu erzählen.

Dabei wird auf verschiedene gestalterische Möglichkeiten zurückgegriffen, um bestimmte Situationen in ihrer gewünschten Wirkung zu unterstützen. Natürlich kann auch die eigene Erfahrung dabei helfen, diese Möglichkeiten individuell zu kombinieren und die Bildwirkung besser zu betonen.

Die Kameraführung ist dabei eines von vielen wichtigen Elementen bei der audiovisuellen Gestaltung eines Films. Natürlich spielt auch Licht und Ton eine ähnlich wichtige Rolle. Man sollte daher nicht nur auf eine gute Kameraführung achten, um einen gut gestalteten Film zu produzieren.

Warum ist Kameraführung so wichtig?

Diese Frage lässt sich im Prinzip mit nur einem Satz beantworten:

Dadurch, dass man eine Kamera auf unterschiedlichste Art und Weise bewegen kann, ist es möglich, Bilder bewusst mit dem Ziel zu gestalten, die Geschichte und die gewünschte Atmosphäre in einer Szene zu unterstützen.

Dazu kommt: Bilder wirken über ihre Grenzen hinaus. Das heißt, dass gezeigte Bilder (angeschnittene Menschen, Umgebungen, bestimmte Bildausschnitte, etc.) vom Zuschauer unbewusst zu einem großen Gesamtbild ergänzt werden.

Es ist also nicht nur wichtig was im Bild zu sehen ist, sondern auch das, was beim Zuschauer im Kopf passiert. Sprich, was ihm als Gesamtbild vorgegaukelt wird.

Möglichkeiten der Kameraführung

Wer gute Bilder gestalten möchte, kann auf ein paar Grundregeln zurückgreifen. Doch natürlich sind diese Grundregeln keine allgemeingültigen Lösungen.

Wer jedoch professionelle Bilder gestalten möchte, sollte alle Möglichkeiten der Kameraführung kennen. Denn nur so ist es möglich, sich voll und ganz auf die Gestaltung und Aussagen der Bilder zu konzentrieren. Und das wiederum wirkt sich positiv auf den gesamten Film aus.

Dabei geht die Artikelserie vor allem auf die grundlegendsten Möglichkeiten der Kameraführung ein. Themen wie Einstellungsgrößen oder Szenenaufbau werden in der Artikelreihe nicht behandelt.

Die unten aufgeführten Themen dagegen werden im Verlauf der Artikelserie nochmals genauer betrachtet.

Die grundsätzlichen Punkte zum Thema Kameraführung sind:

Die Wahl der Kamera

Die Wahl der Kamera entscheidet oft über die verschiedenen Möglichkeiten der Kameraführung. Denn nicht alles lässt sich mit einer Spiegelreflex professionell umsetzten. Die Wahl der Kamera ist also oft mehr als eine bloße Geldfrage.

Anzeige

Schwenken und Neigen

Schwenken bzw. Neigen ist wohl eines der bekanntesten Gestaltungsmittel bei der Kameraführung und unverzichtbar für jedes Filmprojekt.

Zoomen

Zwar werden Zooms im Film nicht gerne gesehen, jedoch gehört auch das Zoomen zu den Möglichkeiten der Kameraführung. Vor allem im TV- und Dokumentationsbereich gilt der Zoom als anerkanntes Gestaltungsmittel.

• Kamerafahrten

Kamerafahrten sind mittlerweile ein fester Bestandteil eines jeden Films. Daher sind sie bei den Möglichkeiten der Kameraführung nicht mehr wegzudenken. Dabei spielt es keine Rolle in welchem Genre sie eingesetzt werden – Der Einsatz von Kamerafahrten ist und bleibt eines der wichtigsten Möglichkeiten der Kameraführung.

• Steadycam

Die Steadycam (auch Schwebestativ) ist ein komplexes Halterungssystem für freibewegliche Kameramänner bzw. Kamerafrauen. Durch den Gewichtsausgleich der Kamera (mithilfe von Gegengewichten) ist es möglich, beim Zuschauer den Anschein zu erwecken, die Kamera würde sanft schweben. Die Steadycam wird heutzutage in fast jedem Genre eingesetzt.

• Kamerakran

Der Kamerakran ermöglicht komplexe Kamerabewegungen in luftiger Höhe. Dadurch sind einzigartige Aufnahmen möglich, bei dem (als Beispiel) die Kamera von Bodenhöhe in wenigen Sekunden auf 20m Höhe steigen kann – und das ohne Ruckeln. Der Kamerakran wird gerne eingesetzt, um einen Überblick über das Geschehen zu geben.

• Die Handkamera

Die Handkamera vermittelt ein subjektives Bild und erzeugt den Anschein, der Zuschauer sei mitten in der Handlung. Die Handkamera findet ihren Einsatz hauptsächlich in Actionszenen.

• Die subjektive Kamera

Die subjektive Kamera vermittelt dem Zuschauer das Gefühl, als würde man die Handlung durch die Augen des Schauspielers sehen. Dabei versucht sie stets eine sehr reelle Stimmung zu vermitteln. Zur subjektiven Kamera gehört auch die „voyeuristische Kamera“.

• Kreativität: Bildeffekte erzeugen

Wer sich gut mit der Kameraführung auskennt, kann gezielt bestimmte Bildeffekte erzeugen. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Dolly-Zoom (auch bekannt als „Vertigo-Effekt“), eine Mischung aus Kamerafahrt und Zoom. Aber auch der „Shutter-Effekt“ oder die Kombination aus verschiedenen Mitteln der Kameraführung können beeindruckende Effekte erzeugen. Wichtig ist, dass die Effekte gezielt eingesetzt werden.

Fazit

Möglichkeiten der Kameraführung gibt es genug.

Doch nur wer alle diese Möglichkeiten kennt, kann sich voll und ganz auf die Gestaltung und die Aussagen der Bilder konzentrieren. Deswegen ist es besonders wichtig, sich schon bei der Vorproduktion über alle Möglichkeiten bewusst zu werden.

Dazu kommt: Wer alle Regeln kennt, kann sie bewusst brechen. Dadurch ergeben sich wiederum neue Möglichkeiten der Bildgestaltung.

Im Verlauf der Artikelserie werde ich mich mit jedem der oben aufgeführten Punkte nochmals genauer beschäftigen, sodass eine umfangreiche Übersicht zum Thema Kameraführung entsteht.

Und so geht es weiter

Der zweite Artikel der Artikelreihe „Kameraführung im Film“ beschäftigt sich mit der Wahl der Kamera und den Vor- und Nachteilen verschiedener Kameratypen.

(Artikelbild: © Rido81 / photodune.net )

Anzeige

Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
Google+

Hi, mein Name ist Daniel A. Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

Ähnliche Beiträge

2 Responses

  1. Jo

    Ich hab den Artikel gelesen. War interessant, aber das meiste hab ich schon gewusst.
    Wahrscheinlich bin ich einfach besser als die Zielgruppe, für die der Artikel gedacht war 🙂

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.