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Der Zoom – Oft benutzt und doch so verhöhnt. Vor allem bei Film-Anfängern wird gerne gezoomt – Meistens mit schlechten Folgen für Film und Filmemacher.

Das liegt häufig am mangelnden Wissen um die Funktion des Zooms und/oder an der schlechten Umsetzung.

Deswegen beschäftige ich mich in diesem Artikel genauer mit dem Thema „Zoomen“. Außerdem gehe ich darauf ein, warum man es meistens lieber nicht tun sollte und wie man es im Fall der Fälle richtig macht.

Dieser Artikel ist übrigens der vierte Teil der Artikelserie „Kameraführung im Film“.

Was ist Zoomen?

„Zoomen“ ist die Veränderung des Aufnahmemotivs durch die Veränderung der verwendeten Brennweite. Das heißt, dass sich durch die Veränderung der Brennweite der Abstand von Linse zu Brennpunkt im Objektiv, und somit auch der gesehene Bildausschnitt verändert.

Beim Zoom unterscheidet man zwischen optischem und digitalem Zoom. Doch nur der optische Zoom ist die einzig vernünftige Möglichkeit, da sich dort das Bild durch die Veränderung der Brennweite verändert, wie oben beschrieben.

Der digitale Zoom dagegen ist eine digitale Vergrößerung des Bildausschnitts. Das heißt aber auch, dass die Qualität mit steigendem Zoom erheblich nachlässt. Deswegen sollte man generell auf digitale Zooms verzichten.

Bei der Verkleinerung des Bildausschnitts spricht man umgangssprachlich vom „Reinzoomen“ (eng.: zoom in), bei der Vergrößerung vom „Rauszoomen“ (eng.: zoom out).

Warum man nicht Zoomen sollte

Zunächst muss man sagen, dass es genug Gründe dafür gibt nicht zu zoomen.

Der erste und wahrscheinlich wichtigste Grund dafür ist, dass ein „Zoom“ im Film als eine unnatürliche Bewegung gilt. Schließlich kann das menschliche Auge auch nicht zoomen. Und da sich beim Zoomen die Perspektive nicht verändert (Kamerastandort bleibt gleich), wirken Zooms immer etwas merkwürdig.

Ein zweiter wichtiger Grund ist, dass die meisten Zooms nur in Kombination mit Schwenks oder Kamerafahrten wirklich zur Geltung kommen. Diese Kombination ist meistens allerdings relativ schwer umzusetzen und wirkt deshalb bei schlechter Umsetzung oft „billig“.

Ein Zoom ist übrigens auch kein Ersatz für eine echte Kamerafahrt. Denn im Gegensatz zu dieser verliert das Bild beim Zoomen an räumlicher Tiefe, da die Details, die im hinteren Bildbereich liegen, nur „zusammengezogen“ werden.

Außerdem muss man ganz klar sagen, dass ein Zoom niemals einen vernünftigen Schnitt ersetzen kann. Es empfiehlt sich im Zweifel also immer auf das Zoomen zu verzichten und stattdessen lieber zwei verschiedene Bildeinstellungen aneinander zu schneiden.

Merke: Ein guter Zoom ersetzt niemals einen guten Schnitt.

Erfahrene Filmemacher benutzen den Zoom nur zur Bestimmung der benötigten Festbrennweite oder wechseln die Brennweite des Objektivs in der Aufnahmepause – niemals jedoch während der Aufnahme.

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Es gibt also genug Gründe nicht zu zoomen. Doch wann „darf“ man eigentlich zoomen?

Wann darf man zoomen?

Auch wenn es genug Gründe gegen das Zoomen gibt, kann man doch unter bestimmten Bedingungen auf das Zoomen zurückgreifen.

Man sagt: Der Zoomhebel ist der Zeigefinger des Kameramannes. Das bedeutet, dass nur wenn der Kameramann etwas besonders Wichtiges hervorheben oder betonen will, die Zoomwippe auch benutzt werden sollte. Sonst nicht.

Dies kommt oft in Fernsehnachrichten oder Dokumentationsfilmen vor, wo einerseits versucht wird das Geschehene unverändert wieder zu geben und anderseits bestimmte Bereiche des Bildes zu betonen.

Doch selbst dann sollte man nur zoomen, wenn keine Zeit bleibt eine Aufnahmepause zu machen und die Objektive zu wechseln. Das bloße Zoomen ins Bild wird eher als unmotivierte Spielerei wahrgenommen.

Richtig Zoomen in drei Schritten:

Sollte man einmal zoomen wollen, können diese drei Schritte sehr hilfreich sein:

1. Man sollte nur vom Stativ zoomen! Außerdem sollte der Zoom vor Beginn einmal „trocken“ geübt werden. „Trocken“ heißt, dass das Bild der Kamera während der Übung nicht aufgenommen wird. So kann man das Anfangs- und Endbild besser bestimmen, ohne unnötigen Speicherplatz zu verbrauchen.

2. Vor und nach dem Zoom sollten jeweils 3 Sekunden Standbild mit aufgenommen werden. Dadurch verhindert man eine Aufnahme, die mitten in der Zoomfahrt beginnt. Außerdem kann man so die Zoomfahrt später gezielter herausschneiden.

3. Beim Zoomen nicht zögern und bei möglichst gleichbleibender Geschwindigkeit den Zoom zu Ende bringen. Verwackelte Zooms sollten unbedingt vermieden werden!

Merke:

Zooms im Telebereich sollte man nur vom Stativ riskieren. Denn der winzige Bildwinkel bewirkt, dass schon kleinste Wackler oder Unruhen später auf dem Bildschirm wie ein Erdbeben wirken können.

Fazit

Generell gilt: Auf „Zoomen“ kann so gut wie immer verzichtet werden, denn es wirkt unnatürlich und sieht meistens auch schlecht aus. Besser ist es, zwei verschieden große Bildeinstellungen direkt aneinander zu schneiden. Dabei sollte man nicht vergessen eine Einstellungsgröße zwischen den Schnitten zu überspringen, damit das Bild nicht „springt“.

Zoomen ist meistens dann toleriert, wenn man für Fernsehbeiträge (elektronische Berichterstattung) oder dokumentarische Filme dreht.

Wer professionell zoomen möchte, sollte viel Geduld mitbringen. Denn richtig Zoomen ist nicht leicht und erfordert in den meisten Fällen viel Übung und Erfahrung.

So geht es weiter

Im nächsten Teil der Artikelserie „Kameraführung im Film“ beschäftige ich mich mit dem Thema „Kamerafahrten“ und gebe Tipps, was man dabei alles beachten sollte.

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Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
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Hi, mein Name ist Daniel A. Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

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