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Home»Tipps und Tricks»Licht»Film Noir Licht: 5 Tipps für den richtigen Look

Film Noir Licht: 5 Tipps für den richtigen Look

von Daniel Negenborn12. Nov.. 20148 Min. Lesezeit
Film Noir Lichtsetzung: Licht im Film Noir Stil
© stokkete - photodune.net
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Film Noir: Ein Genre, eine Filmreihe und ein Terminus in einem. Als was genau „Film Noir“ bezeichnet werden kann, ist noch umstritten. Fest steht, dass es zuerst in 40ern auftrat und sich bis heute durch seinen sehr starken visuellen Stil von allen bisherigen Filmen abhebt. Dieser Stil ist stets geprägt von sehr starkem kontrastreichem Licht.

Praktisch so gut wie alle „Film-Noir“-Filme waren Kriminal- und Detektivfilme mit Figuren auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse, und visuell betrachtet, zwischen Licht und Schatten.

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit der Lichtsetzung im Stil des „Film-Noir“. Dabei gehe ich auf fünf typische Lichtsituationen ein und gebe 5 Tipps, wie man diese umsetzen kann.

Was ist der „Film Noir Licht Stil“?

Der „Film Noir Licht Stil“ kann als eine moderne Version des „Chiaroscuro Licht Stils“ gesehen werden, der bereits erstmalig im 16. Jahrhundert bei verschiedenen Malern der Italienischen Renaissance auftrat. Andere Beispiele finden sich in den expressionistischen deutschen Filmen der 20er Jahren, die sich durch hohen Kontrast, Low Light und den bewussten Einsatz von Schatten auszeichneten.

Diese Elemente wurden in den 40er und 50er Jahren für viele Filme übernommen, sodass sich eine Gruppe von Filmen bildete, die sich von anderen Filmen abhob und später als Film Noir bekannt wurde. Eine ausführliche Erklärung zum Film Noir findest du übrigens hier: Film Noir: Definition, Merkmale & Stil. Aber auch für aktuelle Filme der Neuzeit wird oft auf klassische Film Noir Elemente zurückgegriffen. Ein typisches Beispiel ist der Film Sin City, der sich genau diesen Licht Stil zunutze gemacht hat, um eine surreale und düstere Welt zu erschaffen.

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Das Licht im Film Noir zeichnet sich vor allem durch hohe Kontraste aus. Ein absolut typisches Element sind dunkle Bilder, in denen nur wenige Dinge beleuchtet werden, wie z.B. die Augen des Schauspielers. Aber auch der Einsatz von langen Schatten, Rauch und Nebel, sowie Silhouetten, ist typisch für den Film Noir. Außerdem waren die meisten damaligen Film Noir Streifen in Schwarz-Weiß gefilmt. Damals lag das zwar unfreiwillig an der nichtvorhandenen Technik, doch auch heute wird Schwarz-Weiß gezielt als Stilelement eingesetzt.

Es ist also ein Licht Stil, der mit nur wenig Equipment umgesetzt werden kann, vorausgesetzt, man weiß wie. Also vergesst die typische 3-Punkt-Beleuchtung: Im Film Noir kann eine Lampe bereits völlig ausreichen. Man muss nur wissen, wie man diese richtig einsetzt.

Im Folgenden stelle ich 5 typische Film Noir Lichtsituationen vor, die in keinem Film Noir fehlen sollten.

1. Lange Schatten werfen

Typisch im Film Noir sind lange Schatten, die auf Gebäude oder Wände geworfen werden. Dabei funktioniert dieser Effekt sowohl drinnen, als auch draußen.

Und das Beste: Er lässt sich bereits mit nur einem starken Scheinwerfer umsetzen. Dazu sollte dieser in einer niedrigen Position angebracht werden, sodass er leicht von unten die Person (das Objekt) anstrahlt und den gewünschten Schatten an eine Wand wirft.

In den meisten Fällen hilft es, den Scheinwerfer solange hin- und her zu bewegen, bis der Schatten so ist, wie er sein soll.

Aber Achtung: Scheinwerfer im Betrieb sollten nicht bewegt werden; dazu immer wieder die Scheinwerfer ausschalten! Ansonsten kann der Scheinwerfer beim Bewegen leichter kaputt gehen.

Die Person (das Objekt) ist oft gar nicht im Bild zu sehen; er oder sie steht hinter einer Mauer und alles was man sehen kann, ist ein langgezogener Schatten auf der Wand eines Gebäudes. Dieser Effekt erschafft eine düstere und mysteriöse Atmosphäre. Der Film Der dritte Mann (Original: The Third Man) ist ein gutes Beispiel für diesen Einsatz von langen Schatten.

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2. Dunkelheit und Schatten

Im Film Noir spielt der gezielte Einsatz von Licht und Dunkelheit eine wichtige Rolle. Vor allem Schatten werden gerne genutzt, um bestimmte Bereiche des Bildes im Dunkeln verschwinden zu lassen und andere hervorzuheben.

Doch Schatten ist nicht gleich Schatten. Man unterscheidet vor allem, ob die Quelle des Schattens, z.B. eine Person, im Bild zu sehen ist oder nicht. Doch wo liegt der Unterschied?

Quelle des Schattens ist nicht im Bild

Liegt die Quelle des Schattens nicht im Bild, passiert etwas Seltsames beim Zuschauer: Er hinterfragt es nicht! Denn was diese Schatten verursacht, ist nicht so wichtig, wie der visuelle Effekt, den sie erzeugen. Die Lichtquelle wird gar nicht erst gezeigt und uns als Zuschauer kümmert es auch nicht. Dies kann für den Filmemacher von Vorteil sein.

Quelle des Schattens ist im Bild

Manchmal sind die Objekte oder Personen direkt im Bild zu sehen, und man weiß ganz genau, wo diese Schatten herkommen. Ein perfektes Film Noir Beispiel, sind die Schatten, die durch eine Jalousie erzeugt werden, meistens in einem Detektiv- oder Polizeibüro. Dieser Effekt ist ziemlich cool, und meiner Meinung nach noch besser, weil die Quelle der Schatten im Bild zu sehen ist.

Um diesen Effekt zu erreichen, gibt es zwei typische Herangehensweisen. Die erste Möglichkeit ist, eine starke Lichtquelle direkt außerhalb eines Fensters nach innen zu richten und mit einer normalen Jalousie den Lichteinfallswinkel zu bestimmen.

Die zweite Möglichkeit für diesen Effekt ist, die Jalousie näher an die Lichtquelle zu hängen. Dadurch verschwindet sie zwar aus dem Bild, ermöglicht aber eine bessere Kontrolle des Lichts.

Doch im Endeffekt ist es egal, wie dieser Effekt umgesetzt wird, solange er wenigstens einmal im Film vorkommt – Denn dieses Bild ist ein absolutes Muss für jeden Film Noir!

Bild: KI (DALL·E / OpenAI)

3. Low Light – Mit wenig Licht zum Ziel

Einige von euch kennen bestimmt die typische Horror-Beleuchtung, die erstmalig in den 20er Jahren auftrat und stets von tiefstehenden Lichtern geprägt war. Die Idee, die Lichtquellen auf den Boden zu stellen und dadurch eine gruselige Stimmung zu erschaffen, war damals neu und sehr effektiv.

Das Licht im Stile des Film Noir ist dagegen keine wirkliche Horror-Beleuchtung. Die Idee hinter der Beleuchtung im Film Noir ist, ein Gefühl von Unbehagen zu erschaffen, aber in einer realistischeren Art und Weise, als es in Horrorfilmen der Fall ist.

Aus diesem Grund findet man in Film Noir – Filmen immer wieder Low Light – Situationen. Das heißt, dass in solchen Szenen nur sehr wenig Licht vorhanden ist. In den meisten Filmen wird dies mithilfe von nur einer Lichtquelle umgesetzt und vor dem Zuschauer „gerechtfertigt“.

Dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre – Gerade genug, um eine unheimliche Stimmung anzudeuten, aber nicht zu viel, um als Horror-Beleuchtung durchzugehen. Damit ist Low Light ein absolutes Must-Have in jedem Film Noir – Film.

4. Das Augenlicht – Ein kleines gezieltes Licht

Ein weiterer spannender Effekt ist es, nur einen bestimmten Teil des Gesichts zu beleuchten, meistens die Augen. Dieser Lichteffekt ist ziemlich dramatisch und kann ziemlich leicht umgesetzt werden.

Dazu nimmt man am Besten ein Stück dickes Papier oder Pappe, in das man einen Schlitz hineinschneidet. Dann muss man nur noch das Licht durch den Schlitz auf die Augen des Protagonisten werfen.

Allerdings sollte auch hier beachtet werden, dass keine anderen Lichtquellen den Effekt verblassen lassen oder anders beeinflussen.

5. Die Silhouette

Das perfekte Beispiel einer Aufnahme von Silhouetten von einem oder mehren Charakteren, kommt aus dem klassischen Film Noir Geheimring 99 (Originaltitel: The Big Combo). Ein Film Noir aus den 50ern, aufgenommen von Kameramann John Alton.

In der letzten Szene, welche bis heute ein absolut typisches Film Noir Beispiel ist, sind ein Mann und eine Frau vor einem nebligen Hintergrund als Silhouette aufgenommen. Dabei ist solch eine Lichttechnik sehr einfach umzusetzen, wenn man bestimmte Punkte beachtet.

Um die typische Aufnahme einer Silhouette zu kreieren, wird das Objekt oder die Person mit einem sehr starken Licht auf der Rückseite beleuchtet. Außerdem wird das Fülllicht weggelassen.

Die Folge: Ein sehr kontrastreiches Bild.

Um eine Szene wie diese im Freien oder drinnen zu leuchten, ist der wichtigste Faktor, dass kein Fülllicht von vorne vorhanden ist. Das hört sich leichter an als getan, denn ein Fülllicht kann auch natürliches Licht sein.

Wenn man zum Beispiel drinnen dreht, ist es wichtig, dass es keine Wand oder ähnliches gibt, die das starke Hintergrundlicht reflektieren könnte.

Draußen dagegen gilt es sicherzustellen, dass die Location dunkel genug ist und nichts die Charaktere indirekt aufhellt.

Dann klappt es auch mit der Aufnahme von Silhouetten im Film Noir Stil.

Fazit

Die hier vorgestellten Beleuchtungstechniken gehören zu den typischen Merkmalen des Film Noir.

Das Licht im Film Noir wird gezielt dazu eingesetzt, um eine bestimmte Stimmung zu kreieren. Eine Stimmung der Unsicherheit, der Unruhe und der moralischen Zweideutigkeit – Visuell gesehen, eine Welt der Gegensätze, des Lichts und der Schatten.

Aus diesem Grund reicht in vielen Fällen bereits eine Lichtquelle für typisches Film Noir Licht aus.

Die beste Möglichkeit um gutes Film Noir Licht zu erschaffen, ist sich immer zuerst erst die Geschichte anzuschauen, die man erzählen möchte. Dann kann man sich auch gezielt für bestimmte Lichtelemente des Film Noir entscheiden, um die Geschichte visuell zu unterstützen.

Mehr Informationen zum Thema Film Noir gibt es unter www.der-film-noir.de.

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Daniel Negenborn
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Daniel ist Gründer und Autor von FilmMachen.de. Der gelernte Mediengestalter Bild und Ton studierte Regie für Film und Fernsehen und arbeitet seitdem hauptberuflich als Filmschaffender in Deutschland. Im Blog schreibt er über alles, was mit dem Filmemachen zu tun hat.

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