Bei Videoschnitt-Software denken viele meistens an Premiere Pro. Doch der große Nachteil bei Adobes Mainstream-Software ist die Abo-Pflicht – nicht jeder kann oder will monatlich rund 60 € ausgeben. Und genau hier kommt Magix ins Spiel: Neben dem günstigen Video Deluxe (ab 69,99 €) bietet der Hersteller aus Deutschland auch noch Video Pro X (für 399 €) für den professionellen Schnitt an. Doch was kann Video Pro X und wie schneidet es im Vergleich zu Video Deluxe ab?

Ich selbst hatte vor knapp 10 Jahren meine ersten Berührungspunkte mit Video Deluxe, landete dann aber beruflich bedingt schnell bei anderen Tools. Wie fühlt sich der Schritt zu dem alten Weggefährten an und lohnt sich der Wechsel zurück? 

Für den Test hat uns Magix freundlicherweise die Lizenzen für Video Pro X 12, proDAD Mercalli V5 Suite und NewBlue Filters 5 Ultimate zur Verfügung gestellt. Ein Set davon verlosen wir noch bis zum 13.11.2020!

An wen richtet sich Video Pro X?

Magix selbst betitelt Video Pro X als Software zur „intuitiven Videoproduktion, neu definiert“ und bietet auf den ersten Blick ein sehr umfangreiches Gesamtpaket: Videoschnitt bis 8K, HDR-Handling mit flüssiger Wiedergabe durch die INFUSION Engine 2, Bildstabilisierung dank proDADs Mercalli V5, zahlreiche Vorlagen, professionelle Farbkorrektur und Multicam-Schnitt bis 9 Kameras. Einige dieser Features finden sich auch in der deutlich günstigeren Video Deluxe Reihe wieder.

Schon der erste Blick auf das Interface macht deutlich, dass es sich um ein Videoschnittprogramm für höhere Ansprüche handelt. Alle Fenster wie Timeline, Preview-Fenster und Effekte wirken dazu sehr aufgeräumt. Fiese Stimmen würden vielleicht sogar sagen, dass sich Video Pro X zu sauber anfühlt, von Programmen wie Premiere Pro oder insbesondere Avid ist man ein wenig mehr „Chaos“ gewöhnt.

Es gibt hier nichts besonders anzumerken: Die Oberfläche ist sauber, man findet alle Funktionen schnell und bequem. Seht selbst!

Vergleich von Video Pro X und Video Deluxe

Während Magix mit Video Pro X das Komplettpaket präsentiert, bietet die Alternative Video Deluxe einige Funktionen der Premium-Variante, doch wo liegen die wesentlichen Unterschiede?

Die Unterschiede in der Videobearbeitung

Auf den ersten Blick sieht man hier in den grundsätzlichen Funktionen keinen großen Unterschied: Videoschnitt bekommen beide Programme ohne Probleme hin. Sobald man dann jedoch ein wenig „mehr“ möchte, werden die Unterschiede schnell deutlich.

Denn im Gegensatz zu Video Deluxe verfügt Video Pro X über das Komplettpaket: Objektverfolgung, Keyframefunktion mit Bézierkurven, 3- & 4-Punkt-Schnitt, 3-Wege-Farbkorrektur, Lookup-Tabellen, 8K-UHD-Workflow, HDR-Farbräume, Audio Mastering, Kostenfreie HEVC-Unterstützung sind dabei nur einige der vielen Vorteile von Video Pro X.

Darüber hinaus wurden gefühlt die technischen Bereiche überarbeitet, die für den flüssigen Videoschnitt in hochauflösendem 4K und 8K Material zuständig sind. Bei normalem FHD-Material spürt man keinen großen Unterschied machen (passende Hardware vorausgesetzt), mit 4K Raw-Material sieht das aber schon ganz anders aus. Hier legt Video Pro X in der flüssigen Wiedergabe vor.

Auch besonders nützlich: Die 3-Wege-Farbkorrektur. Bei dieser Form der Farbkorrektur stellt man nicht nur das gesamte Bild um (z.B. mehr Rot), man kann die einzelnen Farbbereiche individuell einstellen. LUTs können auch einfach hinzugefügt werden, das spart bei der Nachbearbeitung extrem viel Zeit.

Die Unterschiede in der Audiobearbeitung

Audiodaten werden klassischerweise eher in anderen Tools bearbeitet, Video Pro X bietet jedoch einige praktische Funktionen wie z.B. das Audio-Mastering und eine automatische Takterkennung an.

Wir würden dennoch dazu raten, dass man Musik, Sounds und Sprache in einem separaten Tool bearbeitet. Magix bietet hier das Tool Sound Forge an. Für die meisten Ansprüche (wenn es nicht unbedingt ein Blockbuster werden soll) dürften die vorhandenen Möglichkeiten mehr als ausreichend sein.

Urlaubs Video erstellen ganz einfach - MAGIX VIDEO PRO X 12 - Anfänger Guide Tutorial Deutsch

Die Möglichkeiten beim Im- und Export

Nun sind wir an dem Punkt, der die Unterschiede am deutlichsten macht: Während Video Deluxe für den normalen Nutzer, der mit seiner DSLR Videos aufnimmt, alle wichtigen Formate unterstützt bietet Video Pro X eine deutlich größere Palette an professionellen Formaten.

Beide Programme bieten Unterstützung für 8K-Material, doch HDR bietet nur Video Pro X an. Dazu kommen dann Formate wie XDCAM, XAVC und HEVC. Auch Hardware Support für Blackmagic Intensity ist vorhanden.

Inwiefern die DVD-Ausgabe mit Menü heute noch wirklich genutzt wird ist vielleicht fraglich, wer dagegen nach so einer Funktion sucht hat hier eine sehr intuitive Variante. Die Funktion ist bei Magix nichts Neues. Vor einigen Jahren habe ich eine DVD produziert und war unglaublich überrascht wie schnell ich ein professionelles Menü erstellen konnte. Nischig, aber sehr interessant!

Manchmal verwundert Video Pro X

Bei den Vorlagen kommt etwas Verwunderung ins Spiel: Klar, es ist toll nicht jede Bauchbinde selbst erstellen zu müssen, doch viele der Vorlagen oder Animationen wirken für den professionellen Bereich zu „verspielt“.

Generell bekommt man das Gefühl, dass der Profi zwar angesprochen wird, der Einsteiger aber mit zu vielen Spielereien gelockt wird. Auf der einen Seite haben wir die super intuitive Möglichkeit das Bildmaterial genau unseren Vorstellungen anzupassen, auf der anderen Seite werden dann Blenden präsentiert, die eher aussehen wie ein Schulprojekt. Selbst in den Beispielvideos von Magix selbst finden sich Beispiele für Titel, die man so einfach nicht verwenden würde.

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Fazit: Magix Video Pro X

Es ist vielleicht etwas unfair Video Pro X für die Sachen zu kritisieren, die es mitbringt. Dennoch zeigen viele Funktionen und Effekte einfach, dass Video Pro X an einigen Stellen eher den Prosumer und nicht den Berufscutter anspricht.

Doch vielleicht ist genau das die Nische, die Magix mit Video Pro X ansprechen möchte. Denn der ambitionierte Filmemacher, der nicht jeden Monat ca. 60 € für Adobe CC ausgeben möchte, wird hier perfekt abgeholt und kann auch mit professionellem Hardware-Support rechnen.

Was man hier für das Geld bekommt, ist ein absolut stimmiges Gesamtpaket, welches problemlos hochwertigen Videoschnitt bis zu 8K ermöglicht. Weshalb man jedoch als Einsteiger zu sehr verlockt wird sein Video mit Spielereien zu überfüllen, erklärt sich mir aber nicht. Die beiliegenden Plugins zur Farbkorrektur und zur Bildstabilisierung spiegeln das gut wider: Ja, das Ergebnis kann sich mit dem richtigen Grundwissen absolut sehen lassen, Einsteiger erhoffen sich aber eventuell zu viel oder merken erst gar nicht, dass sie es übertreiben.

Unser Fazit: Video Pro X ist eine wirklich interessante Alternative zu Adobe und kann so gut wie alles, was man als Profi braucht, aber eben auch vieles, was man nicht will.

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