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Home»Technik»Software»MAGIX Video Pro X 12 im Test

MAGIX Video Pro X 12 im Test

von Benedikt Voigt25. Okt.. 20203 Kommentare6 Min. Lesezeit
© MAGIX
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Bei Videoschnitt-Software denken viele meistens an Premiere Pro. Doch der große Nachteil bei Adobes Mainstream-Software ist die Abo-Pflicht – nicht jeder kann oder will monatlich rund 60 € ausgeben. Und genau hier kommt Magix ins Spiel: Neben dem günstigen Video Deluxe (ab 69,99 €) bietet der Hersteller aus Deutschland auch noch Video Pro X (für 399 €) für den professionellen Schnitt an. Doch was kann Video Pro X und wie schneidet es im Vergleich zu Video Deluxe ab?

Ich selbst hatte vor knapp 10 Jahren meine ersten Berührungspunkte mit Video Deluxe, landete dann aber beruflich bedingt schnell bei anderen Tools. Wie fühlt sich der Schritt zu dem alten Weggefährten an und lohnt sich der Wechsel zurück? 

Für den Test hat uns Magix freundlicherweise die Lizenzen für Video Pro X 12, proDAD Mercalli V5 Suite und NewBlue Filters 5 Ultimate zur Verfügung gestellt.

Magix Video Pro X 12
Magix Video Pro X 12*
Video Pro X macht professionelle Filmgestaltung für alle zugänglich – dank intuitiver Schnitt-Tools, übersichtlicher Workflows und einer leistungsstarken Engine für flüssige 8K-Bearbeitung auf nahezu jedem PC. Funktionen wie Echtzeit-Bildstabilisierung, präzises Color Grading, LUTs und Multicam-Editing bieten alle Optionen, die ambitionierte Hobbyfilmer und professionelle Cutter benötigen. Ideal für kreative Projekte mit Anspruch.
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An wen richtet sich Video Pro X?

Magix selbst betitelt Video Pro X als Software zur „intuitiven Videoproduktion, neu definiert“ und bietet auf den ersten Blick ein sehr umfangreiches Gesamtpaket: Videoschnitt bis 8K, HDR-Handling mit flüssiger Wiedergabe durch die INFUSION Engine 2, Bildstabilisierung dank proDADs Mercalli V5, zahlreiche Vorlagen, professionelle Farbkorrektur und Multicam-Schnitt bis 9 Kameras. Einige dieser Features finden sich auch in der deutlich günstigeren Video Deluxe Reihe wieder.

Schon der erste Blick auf das Interface macht deutlich, dass es sich um ein Videoschnittprogramm für höhere Ansprüche handelt. Alle Fenster wie Timeline, Preview-Fenster und Effekte wirken dazu sehr aufgeräumt. Fiese Stimmen würden vielleicht sogar sagen, dass sich Video Pro X zu sauber anfühlt, von Programmen wie Premiere Pro oder insbesondere Avid ist man ein wenig mehr „Chaos“ gewöhnt.

Es gibt hier nichts besonders anzumerken: Die Oberfläche ist sauber, man findet alle Funktionen schnell und bequem. Seht selbst!

© MAGIX

Vergleich von Video Pro X und Video Deluxe

Während Magix mit Video Pro X das Komplettpaket präsentiert, bietet die Alternative Video Deluxe einige Funktionen der Premium-Variante, doch wo liegen die wesentlichen Unterschiede?

Die Unterschiede in der Videobearbeitung

© MAGIX

Auf den ersten Blick sieht man hier in den grundsätzlichen Funktionen keinen großen Unterschied: Videoschnitt bekommen beide Programme ohne Probleme hin. Sobald man dann jedoch ein wenig „mehr“ möchte, werden die Unterschiede schnell deutlich.

Denn im Gegensatz zu Video Deluxe verfügt Video Pro X über das Komplettpaket: Objektverfolgung, Keyframefunktion mit Bézierkurven, 3- & 4-Punkt-Schnitt, 3-Wege-Farbkorrektur, Lookup-Tabellen, 8K-UHD-Workflow, HDR-Farbräume, Audio Mastering, Kostenfreie HEVC-Unterstützung sind dabei nur einige der vielen Vorteile von Video Pro X.

Darüber hinaus wurden gefühlt die technischen Bereiche überarbeitet, die für den flüssigen Videoschnitt in hochauflösendem 4K und 8K Material zuständig sind. Bei normalem FHD-Material spürt man keinen großen Unterschied machen (passende Hardware vorausgesetzt), mit 4K Raw-Material sieht das aber schon ganz anders aus. Hier legt Video Pro X in der flüssigen Wiedergabe vor.

Auch besonders nützlich: Die 3-Wege-Farbkorrektur. Bei dieser Form der Farbkorrektur stellt man nicht nur das gesamte Bild um (z.B. mehr Rot), man kann die einzelnen Farbbereiche individuell einstellen. LUTs können auch einfach hinzugefügt werden, das spart bei der Nachbearbeitung extrem viel Zeit.

Die Unterschiede in der Audiobearbeitung

Audiodaten werden klassischerweise eher in anderen Tools bearbeitet, Video Pro X bietet jedoch einige praktische Funktionen wie z.B. das Audio-Mastering und eine automatische Takterkennung an.

Wir würden dennoch dazu raten, dass man Musik, Sounds und Sprache in einem separaten Tool bearbeitet. Magix bietet hier das Tool Sound Forge an. Für die meisten Ansprüche (wenn es nicht unbedingt ein Blockbuster werden soll) dürften die vorhandenen Möglichkeiten mehr als ausreichend sein.

Die Möglichkeiten beim Im- und Export

Nun sind wir an dem Punkt, der die Unterschiede am deutlichsten macht: Während Video Deluxe für den normalen Nutzer, der mit seiner DSLR Videos aufnimmt, alle wichtigen Formate unterstützt bietet Video Pro X eine deutlich größere Palette an professionellen Formaten.

Beide Programme bieten Unterstützung für 8K-Material, doch HDR bietet nur Video Pro X an. Dazu kommen dann Formate wie XDCAM, XAVC und HEVC. Auch Hardware Support für Blackmagic Intensity ist vorhanden.

Inwiefern die DVD-Ausgabe mit Menü heute noch wirklich genutzt wird ist vielleicht fraglich, wer dagegen nach so einer Funktion sucht hat hier eine sehr intuitive Variante. Die Funktion ist bei Magix nichts Neues. Vor einigen Jahren habe ich eine DVD produziert und war unglaublich überrascht wie schnell ich ein professionelles Menü erstellen konnte. Nischig, aber sehr interessant!

Produkt: © MAGIX

Manchmal verwundert Video Pro X

Bei den Vorlagen kommt etwas Verwunderung ins Spiel: Klar, es ist toll nicht jede Bauchbinde selbst erstellen zu müssen, doch viele der Vorlagen oder Animationen wirken für den professionellen Bereich zu „verspielt“.

Generell bekommt man das Gefühl, dass der Profi zwar angesprochen wird, der Einsteiger aber mit zu vielen Spielereien gelockt wird. Auf der einen Seite haben wir die super intuitive Möglichkeit das Bildmaterial genau unseren Vorstellungen anzupassen, auf der anderen Seite werden dann Blenden präsentiert, die eher aussehen wie ein Schulprojekt. Selbst in den Beispielvideos von Magix selbst finden sich Beispiele für Titel, die man so einfach nicht verwenden würde.

Magix Video Pro X 12
Magix Video Pro X 12*
Video Pro X macht professionelle Filmgestaltung für alle zugänglich – dank intuitiver Schnitt-Tools, übersichtlicher Workflows und einer leistungsstarken Engine für flüssige 8K-Bearbeitung auf nahezu jedem PC. Funktionen wie Echtzeit-Bildstabilisierung, präzises Color Grading, LUTs und Multicam-Editing bieten alle Optionen, die ambitionierte Hobbyfilmer und professionelle Cutter benötigen. Ideal für kreative Projekte mit Anspruch.
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Fazit: Magix Video Pro X

Es ist vielleicht etwas unfair Video Pro X für die Sachen zu kritisieren, die es mitbringt. Dennoch zeigen viele Funktionen und Effekte einfach, dass Video Pro X an einigen Stellen eher den Prosumer und nicht den Berufscutter anspricht.

Doch vielleicht ist genau das die Nische, die Magix mit Video Pro X ansprechen möchte. Denn der ambitionierte Filmemacher, der nicht jeden Monat ca. 60 € für Adobe CC ausgeben möchte, wird hier perfekt abgeholt und kann auch mit professionellem Hardware-Support rechnen.

Was man hier für das Geld bekommt, ist ein absolut stimmiges Gesamtpaket, welches problemlos hochwertigen Videoschnitt bis zu 8K ermöglicht. Weshalb man jedoch als Einsteiger zu sehr verlockt wird sein Video mit Spielereien zu überfüllen, erklärt sich mir aber nicht. Die beiliegenden Plugins zur Farbkorrektur und zur Bildstabilisierung spiegeln das gut wider: Ja, das Ergebnis kann sich mit dem richtigen Grundwissen absolut sehen lassen, Einsteiger erhoffen sich aber eventuell zu viel oder merken erst gar nicht, dass sie es übertreiben.

Unser Fazit: Video Pro X ist eine wirklich interessante Alternative zu Adobe und kann so gut wie alles, was man als Profi braucht, aber eben auch vieles, was man nicht will.

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Benedikt Voigt

Benedikt Voigt unterstützt FilmMachen.de durch seine Fachkompetenzen im Bereich Video-Marketing, Social Networking und zeitgemäßer Medienstrategien. Seine Leidenschaft für Filme äußert sich vor allem bei Online-Medien und Videos.

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3 Kommentare

  1. Dr. Gero Zimmermann am 23. März. 2021 16:40

    Ich habe Magix Video Pro X 2017 gekauft, weil ich mir vom Bildstabilisierungsprogramm Vorteile gegenüber Video de Luxe erhofft hatte. Das habe ich bitter bereut. Video Pro X ist für mich eine Katastrophe !
    Ich nutze das Programm u.a. um Filmaufnahmen von einer Helmkamera beim Skifahren zu bearbeiten. Und da werden die eklatanten Mängel von Video pro X sofort deutlich.
    Mangel 1: Vibrationen im Film kann weder Mercalli noch das Stabilisierungsprogramm von Magix beseitigen. Ich muss erst die Stabilisierung drüber laufen lassen, davon dann ein Video erzeugen und die Disc Image dann nochmals nachbearbeiten, d.h. die Stabilisierung ein zweites mal dann über die Disc Image laufen lassen, um eine einigermaßen akzeptable Stabilisierung zu bekommen.
    Mangel 2: Wenn ich bei einem 25 Minuten Film (aus der Disc Image erzeugt) so ca. 70 % der Szenen erneut stabilisiert habe, geht die Programmperformance total in die Knie. Auf jede beliebige Aktion (auch bei nicht stabilisierten Szenen) reagiert das Programm erst nach mehr als 1 Minute. Eine weitere Filmbearbeitung wird dann de facto unmöglich! Zudem habe ich schon einige Programmabstürze erlebt, wobei das Programm überhaupt nicht mehr reagiert.
    Mangel 3: Beim Skifahren hat man es häufig mit starken Licht-Schatten Wirkungen zu tun. Die Kamera mittelt dann die Belichtung. D.h. wegen der dunklen Bildbereiche wird die Blende geöffnet und die hellen Szenen sind überbelichtet. Da möchte man natürlich diese überbelichteten Szenen nachdunkeln und ggf. nachschärfen. Das geht aber nicht (in Gegensatz zu Video de Luxe). Bei Video pro X kann man nur aufhellen. Will man dunkler machen, ist dies automatisch mit einer verstärkten Unschärfe verknüpft. Eine Katastrophe!!!
    Mangel 4: folgt, da hier nur begrenzter Platz für Kommentare

    Antworten
  2. Dr. Gero Zimmermann am 23. März. 2021 17:08

    Mangel 4: Da ich beim Skifahren häufig den Kopf drehe, muss ich die Drehungen bei der Filmbearbeitung ausgleichen (Drehung/Rotation). Dadurch entstehen (bei Linksdrehung) links oben und rechts unten schwarze Ränder (Dreiecke). Um diese zu beseitigen, will ich den nicht betroffenen Bildausschnitt zoomen. Beim Zoomen macht das Programm aber die vorher durchgeführten Rotationen rückgängig, so dass ich überhaupt nicht mehr weiß, wo ich den Bildausschnitt setzen muss. Eine Katastrophe ist das schließlich dann, wenn ich ein Foto in den Film einfüge, das ich mit dem Handy aufgenommen habe und das auf dem Kopf steht. Mache ich Drehung um 180 Grad und will anschließend zoomen, wird mir wieder das ursprüngliche Bild auf dem Kopf stehend angezeigt.
    Mangel 5: Will ich die Geschwindigkeit verändern, reagiert das Programm nur sehr träge und zeitverzögert, wenn ich den Punkt Richtung schneller oder langsamer verschiebe. Korrigiere ich rechts die Zahl, die die Geschwindigkeit angibt, passiert überhaupt nichts!
    Zudem führen Änderungen der Geschwindigkeit dazu, dass die angepasste Szene nicht mehr richtig mit der Folgeszene abschließt, auch wenn ich den Magneten angeklickt habe. Ich muss das dann jedes mal aufwendig von Hand anpassen, weil es da oft um „Halbbilder“ geht, die nicht voll abschließen.
    Das alles habe ich in einem Brief mit Bildbeispielen schon 2018 an MAGIX gemeldet, ohne je darauf eine Antwort bekommen zu haben. Kopie des Briefes kann ich gerne zur Verfügung stellen. Ich weiß nicht, ob diese Mängel jetzt behoben sind, oder ob ich bei einem update
    nur zusätzliche Funktionen kaufe, die ich nicht benötige.
    Mein Resumee: MAGIX Pro X nein Danke !

    Antworten
    • Diethart am 19. Juni. 2021 10:59

      Kann ich voll bestätigen. Ich habe viele Bildschirm-Aufnahmen im mxv-Format, die beim schnellen scrollen in der Timeline zum hängen bleiben führen.
      Lt. Magix-Support liegt das daran, das ich den Grafik-Onbord-Chip deaktiviert habe, weil die separate Grafikkarte doch wesentlich besser ist.
      Wer Mercalli preisgekrönt hat, der war bestochen.
      Das Problem mit den Halbbildern kenne ich auch, man muss dann ein halbes Bild überblenden.
      Die ganzen Schieberegler gehen idR nur ruckweise und nicht flüssig.

      Antworten
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