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Viele Einsteiger und Anfänger träumen davon einen eigenen Kurzfilm zu drehen. Doch oft stürzen sie sich zu schnell in das Abenteuer „Produktion“ und machen dabei mehr falsch, als ihnen lieb ist. Die Folge: Sie sind mit dem Ergebnis unzufrieden.

Wer dagegen die häufigsten Anfängerfehler kennt, kann bewusst dagegen vorgehen und Kinderkrankheiten vermeiden. Zuden wird man qualitativ besser und beschäftigt sich mit wichtigen Fragen zur Filmproduktion.

Aus diesem Grund gibt es hier die Top 10 der häufigsten Anfängerfehler.

1. Die Filmidee: Das A und O

Einer der beliebtesten Anfängerfehler ist, einfach drauf los zu drehen.

Jetzt werden Einige sagen: „Aber so lernt man doch am schnellsten!“. Und grundsätzlich haben sie recht. Doch wer vorher nicht nachdenkt was er eigentlich will, macht mehr falsch, als er eigentlich möchte. Das Ergebnis: Man ist unzufrieden mit seinem Film. Und genau das möchte man doch vermeiden.

Deswegen gilt: Vorher muss alles feststehen! Sprich: Kameraarbeit, Licht, Ton, Dialoge, Drehorte, Organisation. Umso mehr von vornherein geklärt ist, desto besser ist der Ablauf des Drehs.

Und umso besser wird natürlich dein Film!

Mehr Informationen zum Thema Filmideen gibt es in dem Artikel Filmideen finden.

2. Ein Kurzfilm wird zum Langspielfilm

Kurzfilme unterscheiden sich von abendfüllenden Spielfilmen hauptsächlich durch die Länge. Ein Kurzfilm ist dabei meistens unter 30 Minuten lang. Man mag es kaum glauben, aber genau das wird oft vergessen.

Tipp: Verfasse zunächst kein Drehbuch über 30 Seiten. Drehe und schneide deinen Film bis du denkst, dass er gut ist. Und dann setz dich nochmal hin und schneide alles raus, was auch nur annähernd unwichtig erscheint. Alle Szenen in einem Film haben einen Sinn und Zweck. Zu erkennen, was wichtig ist und was nicht, ist am Anfang nicht leicht.

Es gilt: Lieber zu kurz, als zu lang.

3. Irgendwas kostet immer Geld

Auch wenn ein Film eine No-Budget-Produktion werden soll, ist es so gut wie unmöglich, komplett ohne Finanzierung auszukommen. Die Erfahrung zeigt, dass es immer etwas gibt, was Geld kostet. Sei es das Catering, eine Zugfahrt oder neue Batterien.

Plane also immer ein paar Euro für diverse Dinge ein (mind. 100 Euro). Du wirst dich wundern, wie schnell das Geld weg ist. Weitere Tipps zu diesem Thema gibt es in dem Artikel Filme drehen ohne Geld.

4. Unrealistische Dialoge

Vermeide völlig unrealistische und unglaubwürdige Sätze wie: „Los, lass uns losgehen und den Mörder finden“. Die sind nicht cool und können deinem Film nur schaden. Auch berühmte Filmzitate solltest du lieber nicht in deinem Film verwenden. Jeder der Ahnung hat, wird das merken und dich als „Dialogdieb“ entlarven.

Tipp: Charaktere im Film sagen (fast) nie, was sie denken, sondern reden indirekt darüber. Genau wie im echten Leben. Denke also vorher lieber zweimal nach und lasse deine Dialoge von einem Fremden (nicht Familie oder gute Freunde) lesen und den „Realismus“ der Dialoge prüfen.

Übrigens, in diesem Artikel findest du 10 weitere Tipps für gute Dialoge.

5. Schlechte Kameraführung

Man muss nicht der Profi an der Kamera sein, um gute Bilder zu machen. Allerdings sollte man einige grundlegende Gestaltungsmittel beachten:

• Niemals Zoomen
Das ist eine für das menschliche Auge unnatürliche Bewegung und hat (außer als Stilmittel) nichts in einem Kurzfilm zu suchen

• Goldener Schnitt
Benutze die Drittel-Regel zur Gestaltung deiner Bilder.

• Stativ verwenden
Es gibt kaum etwas Schlimmeres als verwackelte Bilder – Unbedingt vermeiden!

• Kenne deine Kamera
Du musst kein Profi-Kameramann sein, aber die Begriffe Blende und Belichtungszeit sollten dir schon etwas sagen.

In der Artikelserie „Kameraführung im Film“ beschäftige ich mich genauer mit dem Thema.

6. Urheberrechte und Freigaben missachten

Es gibt viele ahnungslose Filmer (vor allem bei Youtube), die einfach ihren Lieblingssong unter ihr neues Video schneiden. Doch das ist meistens verboten und illegal. Die Folge: Das Video wird gesperrt.

Damit dir das mit deinem neuen Film nicht passiert, musst du dich wohl oder übel mit dem Thema „Urheberrecht und Datenschutz“ herumschlagen. Die Verwendung von geschützter Musik oder Bildmaterial kann auch bei späteren Filmfestivals problematisch werden. Vor allem dann, wenn ausdrücklich auf das Urheberrecht hingewiesen wird.

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Zum Glück gibt es viele kostenlose Portale im Internet, die Gema-freie Musik oder freies Bildmaterial anbieten. Zwar ist die Qualität nicht immer perfekt, aber zumindest macht man sich nicht strafbar. Und wer auf gute Qualität nicht verzichten will, der muss wohl ein paar Euro ausgeben.

Anbieter für kostenlose Gema-freie Musik:

Anbieter für preisleistungsstarke Anbieter (kostenpflichtig):

Mehr Anbieter für gemafreie Musik findest du im ersten Artikel der Artikelserie „100 Links für Filmemacher„.

7. Drehort, Licht und Ton nicht vergessen

Bei all den Gedanken, die man sich über Drehbuch, Kamera, Story etc. machen muss, darf man nichts vergessen. Vor allem Drehort, Licht und Ton werden besonders gern von Anfängern vergessen bzw. nicht genau durchdacht.

Dabei spielen diese Dinge eine wichtige Rolle in deinem Kurzfilm. Man sagt: Der Drehort unterstützt die Stimmung, das Licht erschafft die Atmosphäre und selbst Bildfehler werden eher verziehen als Tonfehler.

Wer also eine bestimmte Stimmung, Atmosphäre und guten Ton in seinem Film haben möchte, sollte nichts dem Zufall überlassen.

8. Alles auf die Postproduktion setzen

Oft hört man bei einem Independent-Filmdreh den Satz: „Ach, dass ist nicht so schlimm, das machen wir später in der Postproduktion.“ Doch Vorsicht, genau diese Einstellung ist ein großer Fehler!

Es gilt immer die Grundregel: Alles was man beim Dreh umsetzen und verbessern kann, sollte man nicht auf später verschieben. Dazu gehören auch alle Spezialeffekte, die vor Ort umsetzbar sind. Denn vor allem bei Anfängern werden die Ausbesserungen in der Post-Produktion meistens nicht gut aussehen. Und auch wenn eine Explosion echt cool ist und real nicht umsetzbar ist, sollte man sich lieber die Frage stellen ob man sie wirklich braucht oder lieber gleich streicht.

Alles was während des Filmdrehs verbessert werden kann, sollte auch gemacht werden. Das spart Zeit und Nerven.

9. Bleib realistisch!

Realistisch bleiben, was heißt das? Im Klartext: Bleibt wer ihr seid!

Immer wieder sieht man junge Filmbegeisterte, die in ihren Kurzfilmen mit Bettlaken auf dem Rücken oder Anzug und Brille herumrennen. Trotzdem wird euch keiner ernsthaft abnehmen, dass ihr Ritter oder Agenten seid. Wenn die Darsteller aussehen wie Jugendliche, werden sie wohl Jugendliche spielen müssen. Braucht ihr dagegen einen Agenten oder Ritter in eurem Film, solltet ihr lieber Erwachsene oder Ältere fragen.

Nichts macht die Schauspieler unglaubwürdiger, als wenn man sie in eine Rolle steckt, die nicht zu ihnen passt. Dadurch geht eine Menge Glaubwürdigkeit und Illusion in eurem Film verloren. Meistens wird man gar nicht mehr ernst genommen. Also unbedingt vermeiden und realistisch bleiben!

10. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Beim Drehen gibt es viel Platz für potenzielle Fehler und auch diejenigen, die die hier aufgeführten Anfängerfehler beachten, werden trotzdem eine Menge Fehler machen.

Aber keine Angst, wenn es beim ersten Mal nicht direkt so läuft, wie man möchte. Fehler machen ist ganz normal und sehr wichtig. Denn nur wer Fehler macht, kann etwas lernen. Dennoch muss man nicht alle Fehler gleichzeitig machen.

Fazit

Wenn man wirklich einen guten Kurzfilm machen möchte, kann man unendlich viel falsch machen. Diese Übersicht zeigt dabei die meist gemachten Anfängerfehler.

All diese Fehler lassen sich zu einem Kernproblemen von Anfängern zusammenfassen: Die meisten fangen direkt an zu drehen. Dabei ist das Vorbereiten mindestens genauso viel Arbeit wie der eigentliche Dreh. Oft sogar mehr. Aus diesem Grund solltest du dir besonders am Anfang einer Produktion mehr Zeit für die Organisation und Planung nehmen!

Wenn du diese Kurzfilm-Anfängerfehler vermeidest, wirst du deutlich bessere Kurzfilme drehen, als die meisten, die wir im Internet finden können.

(Artikelbild: © Rainer Sturm / pixelio.de)

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Über den Autor

Daniel Negenborn
Filmstudent
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Hi, mein Name ist Daniel A. Negenborn. Ich bin Filmstudent, Mediengestalter Bild und Ton, Hobbyfotograf und Blogger - Hier im Blog schreibe ich über alles, was mit dem Thema Filmemachen zu tun hat. Dabei teile ich u. a. meine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse, gebe Tipps & Tricks zum selbstständigen Filmen und stelle angehende Filmemacher vor.

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4 Responses

  1. Jo

    Cool!
    Vielen dank das du diese Artikel schreibst.
    Sie sind für mich als angehenden Filmemacher sehr hilfreich!

    Antworten
  2. Boris

    Ich finde diesen Beitrag hilfreich. Doch bei einem Imagefilm würde ich zum Fachmann gehen, statt ihn selber zu drehen. Wobei vielleicht könnte man es ja versuchen.

    Antworten

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