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Home»Tipps und Tricks»Allgemeines»5 Irrtümer über die Filmproduktion

5 Irrtümer über die Filmproduktion

von Steffen Ebersbacher23. Dez.. 20205 Min. Lesezeit
© gnepphoto / Depositphotos.com
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Das Filmemachen ist vor allem für Beginner eine mysteriöse und geheimnisvolle Faszination, was es jedoch zur perfekten Plattform macht, damit viele Irrtümer gedeihen. Und diese können sich negativ auf aufstrebende Kreative auswirken, deinen Erfolg beeinträchtigen oder dich sogar davon abhalten, alles für eine erfolgreiche Filmproduktion zu tun.

Damit genau das nicht passiert, sind hier sind die 5 größten Irrtümer über Filmproduktionen.

1. Du musst zur Filmschule gehen, um Filmemacher zu werden

Nein, das stimmt nicht! Einige der besten Filmemacher haben nie eine Filmschule besucht. Was haben erfolgreiche Filmemacher gemeinsam? Sie alle schauen Filme und lernen, sich mit der ‚Grammatik‘ der Filmproduktion vertraut machen.

Die Filmschule ist ein großartiger Ort, um andere Filmemacher zu treffen und Partnerschaften einzugehen. Doch gibt es viele Fähigkeiten, die man an der Filmschule nicht unterrichtet. Das Meiste lernt man durchs Machen. Willst du dich selbst überraschen? Schau dir die Liste der Filmemacher des Sundance Film Festival an, die NICHT zur Filmschule gegangen sind.

In dieser Artikelserie „Film studieren in Deutschland“ gibt es mehr Infos zum Thema.

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2. Regisseure und Kameraleute

Nun, der Regisseur ist der Regisseur, also kannst du auch in einem sehr umfangreichen Rahmen tun was du willst. Aber gerade bei der Zusammenarbeit mit dem Kameramann ist es wichtig, die visuelle „Sprache“ eher zu erklären, die man in der Aufnahme oder Szene kommunizieren möchte, anstatt sich auf technische Aspekte wie Aufnahmegrößen, -winkel und -objektive zu beschränken. So kann der Kameramann selbst entscheiden, wie er etwas technisch umsetzen möchte. Wenn der Regisseur schon eine bestimmte technische Idee für eine Aufnahme hat, muss er auf jeden Fall ganz exakt wissen, was und warum er das will.

Oft führen die Umstände jedoch dazu, dass man mit dem Kameramann nicht alle visuellen Möglichkeiten zuvor erkunden kann. Manchmal beginnen die Regisseure mit den Proben nur einen Tag vor Drehbeginn. Möglicherweise kann man einige Einzelheiten in einer Choreografie daher erst am Vortag ausarbeiten, auch wenn man für kompliziertere Aufnahmen mehr Zeit benötigt. Daher ist es generell das Beste, mit einem Kameramann zusammen zu arbeiten, den man kennt und vertraut.

© NayaAnn / Depositphotos.com

3. Gute Kamera = guter Film

Wir alle wollen die beste Kamera, aber – warum? Liegt es daran, dass wir glauben, dass bessere Kameras bessere Bilder produzieren? Nun ja, so etwas in Art vermutlich. Anfänger haben besonders Probleme damit, wenn sie zum ersten Mal anfangen.

Ehrlich gesagt hat eine gute Kamera jedoch noch nie ein großartiges Bild aufgenommen. Denn dies haben immer die Personen, welche die Kameras benutzt haben. Faktoren wie Beleuchtung und Kamerabewegung haben einen weitaus größeren Einfluss darauf, ob ein Bild gut ist oder nicht. Anstatt sich Gedanken über die neueste und beste Ausrüstung zu machen, solltest du dich auf kinematografische Techniken konzentrieren.

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4. Digital ist billiger als analoges Filmmaterial

Nein, das ist unbedingt richtig. Klar, wenn man anfängt und gar kein Geld hat, ist digital in der Regel billiger. Man hat jedoch Filme mit einer RED Kamera gefilmt und herausgefunden, dass die Kosten der RED Kamera (zuzüglich der kostspieligen und zeitaufwändigen Reparatur, die man ggf. durchführen muss) und die Kosten des Laptops und der Festplatten hinzugefügt hätte, dann hätte man wahrscheinlich stattdessen auch Super16mm verwenden können und der Film wäre viel schöner.

Das größte Problem dabei ist vermutlich die Postproduktion, da diese mit analogem Filmmaterial durchaus aufwendiger zu realisieren sein könnte, als mit digitalen Aufnahmen.

Aber seien wir ehrlich: Wenn das Budget mehr als EUR 75.000,00 beträgt, wird es wahrscheinlich genauso billig, wenn nicht sogar billiger, fürs Drehen analoges Filmmaterial zu verwenden. Eine Möglichkeit, die man nicht von Vorneherein ausschließen sollte.

5. Filme brauchen kein Social Media

Bis vor einigen Jahren waren Kinoproduktionen geheimnisvolle Ereignisse, die viel mysteriöses Wissen beherbergen. Heutzutage ist das eine ganz andere Sache: Sie haben sich einer Welt von Gesprächen, Fanbeiträgen und Inputs geöffnet, lassen Beziehungen auf gleicher Ebene zu, die durch digitale Mittel vermittelt werden. Heutzutage ist es kaum vorstellbar, dass ein Film ohne die Hilfe von Social Media gestartet wird.

Vor allem Festivalprogrammierer und Akquisitionsmanager sind sehr neugierig auf Social Media und Follower. Oren Pelli hat vielleicht seinen Film Paranormal Activity an Paramount verkauft, aber was sie wirklich gekauft haben, war seine Social-Media-Strategie, die wirklich brillant war.

Kommunikation durch Social Media ist für Filmemacher optimal, egal wie schüchtern sie sind. Folge einigen interessanten Profilen im Web, schau hin, hör zu und lerne. Baue einen Kreis von Anhängern (Followern) auf, die deine harte Arbeit bewundern können.

Zum Schluss: Filmemachen ist nicht einfach!

Der größte Irrtum ist wohl: Einen Film zu drehen ist einfach. Doch es kann nicht nur Jahre dauern, einen einzelnen Film zu schreiben, sondern es kann auch nochmal Jahre dauern, bis das Projekt vom Drehbuch bis zur Leinwand übergeht.

Daher ist es wichtig, sich zuvor ausführlich mit dem Filmemachen zu beschäftigen und sich auf eine oft jahrelange Reise des kreativen Schaffens einzustellen. Erst dann funktioniert es, komplizierte emotionale Geschichten mit guten Charakterentwicklungen und Dialogen sowie mit spannenden Wendungen und Motiven zu erschaffen und in bewegende und ästhetisch ansprechende Bilder umzuwandeln.

Dies ist ein Gastbeitrag von Steffen Ebersbacher. Du willst auch einen Gastartikel verfassen? Mehr Infos zum Thema Gastartikel gibt es auf der Gastautoren-Seite.

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Steffen Ebersbacher
  • Website

Steffen Ebersbacher ist ein professioneller Redakteur und erfahrener Content Manager bei Preply.

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