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Home»Artikelserien»Drehbuch schreiben: Wie schreibt man ein gutes Drehbuch? [Artikelserie]
Drehbuch schreiben: Wie schreibt man ein gutes Drehbuch?
© D. N.

Drehbuch schreiben: Wie schreibt man ein gutes Drehbuch? [Artikelserie]

von Daniel Negenborn21. März. 202617 Kommentare16 Min. Lesezeit
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Drehbuch schreiben bedeutet, eine Geschichte strukturiert in Szenen, Dialoge und visuelle Handlung zu übersetzen, sodass sie als Film funktioniert. Entscheidend ist dabei nicht nur die Idee, sondern vor allem der Aufbau: Struktur, Figuren, Konflikt und Dramaturgie.

Ein Drehbuch ist dabei die Grundlage jedes Films. Es legt fest, was passiert, wer handelt und wie sich eine Geschichte entwickelt. Gleichzeitig entscheidet sich hier oft schon, ob ein Film später funktioniert oder nicht. Doch wie schreibt man ein gutes Drehbuch und worauf sollte man achten?

In dieser Artikelserie bekommst du einen klaren Überblick über alle wichtigen Schritte beim Drehbuch schreiben – von der ersten Idee über den Aufbau der Geschichte bis hin zu Szenen und Dialogen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Filmidee entwickeln
  2. Prämisse formulieren
  3. Exposé schreiben
  4. Charaktere entwickeln
  5. 3-Akt-Struktur verstehen
  6. Szenen schreiben
  7. Dialoge schreiben
  8. Drehbuch formatieren
  9. Bildlich schreiben
  10. Feedback & Überarbeitung
  11. 30-Tage-Plan

Was macht ein gutes Drehbuch aus? (Drehbuch schreiben verstehen)

Tastatur tippen Notebook - Gutes Drehbuch schreiben
© V. Drießen

Ein Drehbuch beschreibt den Verlauf eines Films möglichst präzise und zugleich filmisch. Es legt fest, was passiert, wer handelt, wo eine Szene spielt und wie sich die Geschichte entwickelt. Gleichzeitig folgt es bestimmten Formatierungsregeln und orientiert sich meist an etablierten dramaturgischen Modellen wie der 3-Akt-Struktur. Doch diese technischen Grundlagen allein machen noch kein gutes Drehbuch aus. Denn was bringt die beste Geschichte, wenn das Drehbuch kompliziert geschrieben und schwer verständlich ist?

Entscheidend ist vielmehr, dass die Geschichte funktioniert. Eine klare Idee, ein sauber aufgebauter Spannungsbogen und Figuren, die glaubwürdig handeln und sich entwickeln, sind die eigentlichen Grundlagen. Dazu kommt die Art, wie das Drehbuch geschrieben ist. Ein gutes Drehbuch liest sich flüssig, erzeugt Bilder im Kopf und führt den Leser durch die Geschichte, ohne dass er sich anstrengend durch Formulierungen kämpfen muss.

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Genau das ist der Punkt beim Drehbuch schreiben: Ein gutes Drehbuch sorgt dafür, dass der Leser den Film bereits sieht, während er das Drehbuch liest. Wenn das nicht passiert, liegt das Problem nie an der Formatierung – sondern immer an der Geschichte selbst.

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Drehbuch schreiben lernen: Der komplette Prozess

Ein funktionierendes Drehbuch ist das Ergebnis eines klaren, aufeinander aufbauenden Prozesses.

Am Anfang steht immer die Idee. Daraus entwickelt sich eine Prämisse, die die Geschichte auf den Punkt bringt. Anschließend wird die Story im Exposé überprüft, bevor Figuren ausgearbeitet und die Struktur festgelegt werden. Und erst danach beginnt das eigentliche Schreiben der Szenen und Dialoge. Parallel dazu spielt die Formatierung eine Rolle, ebenso wie die Fähigkeit, bildlich zu schreiben. Am Ende folgt schließlich die Überarbeitung, bei der auch das Feedback eine zentrale Rolle spielt.

Dieser Ablauf ist kein Zufall: Jeder einzelne Schritt erfüllt eine bestimmte Funktion beim Drehbuch schreiben. Wird einer davon ausgelassen oder nur halb gemacht, zeigt sich das später sofort im Drehbuch.

1. Filmidee für ein Drehbuch finden: Wie man ein Film-Konzept entwickelt

Am Anfang jedes Drehbuchs steht immer eine Idee. Doch nicht jede Idee eignet sich automatisch als Grundlage für eine Geschichte. Viele Einfälle sind zunächst nur Stimmungen, Themen oder einzelne Bilder. Ein funktionierendes Filmkonzept entsteht erst dann, wenn aus dieser Idee eine konkrete Situation mit Konflikt wird. Eine gute Filmidee beantwortet deshalb früh zentrale Fragen. Wer ist die Hauptfigur? Was will sie erreichen? Was steht auf dem Spiel? Und warum ist diese Geschichte überhaupt interessant?

Methoden wie Brainstorming oder „Was-wäre-wenn“-Fragen können helfen, erste Ansätze zu entwickeln. Entscheidend ist jedoch, dass die Idee weitergedacht wird. Eine lose Inspiration reicht nicht aus. Erst wenn ein klarer Konflikt vorhanden ist, beginnt eine Geschichte zu funktionieren.

Bevor man beginnt, ein Drehbuch zu schreiben, geht es also immer darum, eine Geschichte zu entwickeln. Und für eine gute Geschichte braucht man wiederum eine gute Idee. Aus dieser Filmidee entwickelt sich dann Schritt für Schritt die eigentliche Geschichte – auch Story genannt. Erst wenn diese Story wirklich greifbar ist, lohnt es sich, mit dem Drehbuch schreiben zu beginnen.

Hat man bereits eine Story, gilt es diese vor dem Schreiben des Drehbuchs gründlich zu überprüfen. Eine gute Story zeichnet sich durch eine klare Intention, spannende Wendepunkte und eine klare Aussage aus. Außerdem sollte der dramaturgische Spannungsbogen vor dem Beginn des Schreibens weitgehend feststehen. Gerade dieser Schritt wird in der Praxis oft vernachlässigt, obwohl hier häufig entschieden wird, ob ein Drehbuch später trägt oder nicht.

Um eine spannende Geschichte und eine funktionierende Dramaturgie zu entwickeln, sollte man sich die wichtigsten Fragen zur eigenen Geschichte selbst beantworten können. Dazu gehören zum Beispiel: Was ist die grundlegende Handlung? Hat die Geschichte interessante Charaktere? Was ist der Beginn und was ist das Ende des Films? Wann liegen die dramaturgischen Wendepunkte? Gibt es einen roten Faden beziehungsweise einen klaren Spannungsbogen? Was ist die Aussage des Films? Für wen soll der Film gemacht werden? Und wie realistisch ist die Realisierung des Projekts überhaupt?

Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Denn ein Film kann auf dem Papier noch so stark sein – wenn er in seiner geplanten Form überhaupt nicht umsetzbar ist, muss die Idee entweder angepasst oder neu gedacht werden.

2. Prämisse: Wie man aus einer Filmidee eine Geschichte entwickelt

Die Prämisse ist der nächste Schritt. Sie zwingt dich, deine Geschichte auf das Wesentliche zu reduzieren.

In der Regel besteht sie aus einer Hauptfigur, einem Ziel, einer Ausgangssituation und einem Konflikt. Diese Reduktion auf einen einzigen Satz wirkt zunächst simpel, ist aber oft einer der schwierigsten Schritte im gesamten Prozess. Denn hier zeigt sich, ob du deine eigene Geschichte wirklich verstanden hast.

Eine klare Prämisse sorgt dafür, dass dein Drehbuch später nicht auseinanderfällt. Sie gibt dir eine Richtung vor und hilft dir, jede Szene daran zu messen, ob sie wirklich zur Geschichte beiträgt.

Die Prämisse ist außerdem ein hervorragender Prüfstein für die Stärke einer Idee beim Drehbuch schreiben. Wenn sich der Kern einer Geschichte nicht klar formulieren lässt, fehlt oft noch etwas Grundsätzliches. Dann ist es sinnvoller, an der Idee weiterzuarbeiten, statt vorschnell Seiten zu schreiben, die später ohnehin wieder verworfen werden müssen.

3. Exposé: Die Geschichte vor dem Schreiben überprüfen

Bevor du ein Drehbuch schreibst, solltest du deine Geschichte im Exposé testen. Ein Exposé ist eine zusammenhängende Beschreibung der Handlung ohne Dialoge, aber mit klarer Struktur. Es hilft dir, die Geschichte als Ganzes zu sehen. Hier zeigt sich, ob deine Idee wirklich trägt. Ob der Spannungsbogen funktioniert, ob die Wendepunkte logisch sind und ob sich die Figuren nachvollziehbar entwickeln.

Dieser Schritt wird oft unterschätzt. Dabei spart er später enorm viel Zeit. Denn Probleme, die im Exposé sichtbar werden, lassen sich deutlich einfacher lösen als im fertigen Drehbuch.

Sind die wichtigsten Fragen zur Geschichte klar beantwortet, geht es darum, die Story zusammenfassend aufzuschreiben. Für solch eine Zusammenfassung bietet sich ein Exposé an. Dieses ist je nach Film ein paar Seiten lang und beschreibt die Handlung in komprimierter Form, aber ohne ausführliche Dialoge.

Mithilfe eines solchen Exposés ist es deutlich leichter, konstruktive Kritik einzuholen und die Geschichte noch vor dem eigentlichen Drehbuch schreiben weiter zu überarbeiten. Genau deshalb ist das Exposé nicht einfach nur eine Vorstufe, sondern ein wichtiges Arbeitswerkzeug. Es zeigt sehr schnell, ob eine Geschichte wirklich trägt oder nur in einzelnen Momenten stark wirkt.

4. Filmcharaktere entwickeln: Wie man starke Figuren erschafft

Charaktere sind das emotionale Zentrum jeder Geschichte. Ohne sie bleibt ein Film abstrakt. Eine Figur wird nicht durch Eigenschaften interessant, sondern durch das, was sie will – und durch das, was sie daran hindert.

Konflikt ist hier entscheidend. Eine Figur wird erst dann spannend, wenn sie Entscheidungen treffen muss, wenn sie unter Druck gerät und wenn sie sich im Verlauf der Geschichte verändert. Im Drehbuch werden Figuren beim ersten Auftreten in Großbuchstaben geschrieben. Doch das ist nur eine formale Regel. Viel wichtiger ist, dass jede Figur eine klare Funktion innerhalb der Geschichte hat.

Wie oben beschrieben, werden Charaktere in der Handlung beim erstmaligen Auftreten in Großbuchstaben geschrieben. Danach ganz normal. Das gilt für jede Figur. Vor allem Hauptcharaktere werden beim ersten Auftreten häufig in ein bis zwei Sätzen beschrieben, damit der Leser sofort ein besseres Bild von ihnen bekommt. Dabei sollten allerdings nur Dinge beschrieben werden, die für die Geschichte oder die Wirkung der Figur wirklich relevant sind. Alles Unnötige bremst den Lesefluss und schwächt den Eindruck.

Ein Beispiel dafür wäre: PETER kniet hinter einem Rednerpodest und schließt einen silbernen Koffer. Peter ist ein kleiner Mann mit roten Haaren und einer Narbe auf der Wange. Die Narbe hat die Form eines Dreiecks.

Auch Nebendarsteller oder Statisten ohne festen Namen können auf diese Weise eingeführt werden. Dann werden sie beschrieben oder nummeriert, zum Beispiel als POLIZIST 1, POLIZIST 2, ALTER MANN oder HÜBSCHE FRAU. Auch hier gilt: Beim ersten Auftritt groß schreiben, danach normal weiterführen.

5. 3-Akt-Struktur: Wie man eine Geschichte effektiv aufbaut

Die 3-Akt-Struktur ist eines der bekanntesten Modelle im Drehbuchschreiben. Sie teilt die Geschichte in drei Teile: Anfang, Mitte und Ende. Im ersten Akt wird die Ausgangssituation etabliert. Im zweiten Akt wird der Konflikt vertieft und verschärft. Im dritten Akt kommt es zur Auflösung.

Wichtige Punkte innerhalb dieser Struktur sind der Auslöser, die Wendepunkte und der Höhepunkt. Besonders der Midpoint spielt eine zentrale Rolle, da sich hier oft die Richtung der Geschichte verändert. Diese Struktur ist kein starres Gesetz, aber sie bietet ein zuverlässiges Gerüst, an dem sich viele funktionierende Geschichten orientieren.

Gerade am Anfang hilft diese Struktur enorm dabei, nicht einfach nur Szenen aneinanderzureihen, sondern die Geschichte bewusst aufzubauen. Denn viele Drehbücher scheitern nicht an einzelnen guten Momenten, sondern daran, dass ihnen der rote Faden fehlt. Genau hier ist die Struktur entscheidend beim Drehbuch schreiben.

Übrigens: Als Ergänzung zum Thema findest du hier die Filmdramaturgie in 9 Schritten in einem separaten Artikel.

6. Szenen im Drehbuch schreiben: Wie man eine Filmszene richtig aufbaut

Eine Szene ist ein Baustein der Geschichte. Sie besteht aus einem Ort, einer Zeit und einer Handlung. Doch vor allem hat jede Szene eine Funktion. Sie muss die Geschichte voranbringen, den Konflikt verstärken oder eine Figur weiterentwickeln.

Die Handlung wird im Präsens geschrieben und konzentriert sich auf das, was im Film sichtbar oder hörbar ist. Gedanken oder innere Zustände werden nur dann beschrieben, wenn sie sich visuell darstellen lassen. Bevor eine Handlung beschrieben wird, gibt es eine Szenenüberschrift, aus der deutlich wird, wo genau und wann die danach folgende Handlung spielt. Eine mögliche Szenenüberschrift könnte so aussehen:

INNEN – RATHAUS – TAG

Dabei wird die Szenenüberschrift grundsätzlich groß geschrieben und teilt sich in drei Teile auf. Zuerst wird festgelegt, ob die Szene innen oder außen spielt. Danach folgt der genaue Ort, zum Beispiel RATHAUS oder FLUGHAFEN. An dritter Stelle steht die Tageszeit, also etwa TAG, NACHT oder NACHMITTAG.

Die eigentliche Handlung wird kurz, prägnant und ohne überflüssige Beschreibungen im Präsens geschrieben. Alle Informationen sollten für die Story relevant sein. Wenn eine Person das erste Mal in einer Handlungsbeschreibung auftritt, wird sie in Großbuchstaben geschrieben.

Ein Beispiel:

PETER verlässt das Rathaus und sieht sich kurz um. Er blickt auf seine Armbanduhr und geht Richtung Straße. Ein weißer Sportwagen hält an, Peter steigt ein und der Wagen fährt los.

Solche Beschreibungen zeigen gut, worauf es im Drehbuch schreiben ankommt: Klarheit, Relevanz und eine Sprache, die sofort ein Bild erzeugt.

7. Filmdialoge schreiben: Gute Dialoge im Drehbuch schreiben

Dialoge sind ein wichtiger Bestandteil eines Drehbuchs, aber sie sind nicht die Geschichte selbst. Ihre Aufgabe ist es, den Konflikt zu verstärken und Figuren sichtbar zu machen.

Gute Dialoge wirken natürlich, sind aber gleichzeitig stark verdichtet. Sie vermeiden unnötige Erklärungen und transportieren Bedeutung durch Subtext. Ein häufiger Fehler ist es, Dialoge zu nutzen, um Informationen zu erklären, die eigentlich im Bild gezeigt werden sollten. Genau hier verliert ein Drehbuch schnell an Stärke.

Ein Drehbuch besteht oft zu einem großen Teil aus Dialogen. Gerade deshalb sollte beim Drehbuch schreiben besonders darauf geachtet werden, dass sie realistisch klingen und zum jeweiligen Charakter passen.

Sätze, die nur künstlich dramatisch wirken oder offenkundig nur Informationen transportieren sollen, lassen einen Text schnell amateurhaft erscheinen. Gute Dialoge klingen nicht deshalb gut, weil sie besonders geschniegelt formuliert sind, sondern weil sie nach echten Figuren klingen – nur eben verdichteter als im echten Leben.

Ein Dialog im Drehbuch ist grundsätzlich in drei Teile aufgeteilt. Zuerst steht der Name des Sprechers in Großbuchstaben. Darunter kann in Klammern die Art und Weise stehen, wie der Dialog gesprochen wird. Diese Ergänzung ist aber nur in Ausnahmefällen nötig, wenn es sich nicht bereits aus der Situation oder dem Wortlaut ergibt. Danach folgt der eigentliche Dialog in normaler Schreibweise.

Ein Beispiel:

PETER
(wütend)
Was soll ich damit? Willst du mich verarschen?

NICK
Mach’s auf.

Gerade bei solchen Zusätzen gilt aber Zurückhaltung. Wenn in jeder zweiten Zeile steht, wie etwas gesprochen wird, wirkt das schnell übersteuert. Gute Dialoge tragen ihre Haltung im Idealfall bereits in sich.

8. Drehbuch-Format: Wie schreibt man ein Drehbuch richtig?

Ein Drehbuch folgt festen Formatierungsregeln. Dazu gehören die Schriftart Courier, die Schriftgröße 12 und klar definierte Einzüge für verschiedene Elemente.

Diese Regeln sorgen nicht nur für Einheitlichkeit, sondern haben auch praktische Gründe. Eine Drehbuchseite entspricht ungefähr einer Minute Film.

Um diese Formatierung korrekt einzuhalten, nutzen viele Autoren Programme wie Final Draft, Celtx, Fade In oder WriterDuet. Diese nehmen dir die technische Arbeit ab und ermöglichen es dir, dich auf die Geschichte zu konzentrieren.

Damit ein Drehbuch automatisch die wichtigsten Punkte enthält und gut zu lesen ist, gibt es bestimmte Formatierungsregeln für das Drehbuchschreiben. Diese garantieren eine einfache Übersicht und gute Lesbarkeit.

Außerdem sorgt die Formatierung dafür, dass sich die Filmlänge schon beim Schreiben grob abschätzen lässt. Wenn eine Seite ungefähr einer Minute Film entspricht, bekommt man sehr schnell ein Gefühl dafür, ob ein Stoff eher zu kurz, zu lang oder genau richtig angelegt ist.

Typisch für ein Drehbuch sind die Schriftart Courier, die Schriftgröße 12 sowie die typischen, teilweise sehr genauen Seitenränder und Einschübe. Weil dabei viele kleine Details beachtet werden müssen, nutzen die meisten Drehbuchautoren spezielle Schreibprogramme. So bleibt der Kopf frei für die Geschichte und man muss sich nicht permanent mit Formatierungsfragen beschäftigen.

9. Bildsprache im Drehbuch: Wie man bildlich schreibt

Ein Drehbuch beschreibt Bilder mit Worten. Das bedeutet, dass Gefühle nicht direkt benannt, sondern durch Verhalten und Situationen sichtbar gemacht werden.

Der bekannte Grundsatz „Show, don’t tell“ ist hier entscheidend. Ein trauriger Charakter wird nicht als traurig beschrieben, sondern zeigt es durch sein Handeln. Diese Art zu schreiben sorgt dafür, dass der Leser die Szene tatsächlich vor sich sieht.

Genau deshalb ist ein Drehbuch auch kein Roman. Es lebt nicht von langen Innensichten oder kunstvollen Formulierungen, sondern von Klarheit, Rhythmus und Bildhaftigkeit. Alles, was nicht sichtbar oder hörbar ist, gehört nur sehr begrenzt in ein klassisches Drehbuch. Die Kunst besteht darin, Stimmungen und Emotionen so zu beschreiben, dass sie filmisch erfahrbar werden.

10. Drehbuch-Feedback: Wie man gutes Feedback gibt und annimmt

Ein Drehbuch entsteht nicht in einem Durchgang. Überarbeitung ist ein zentraler Bestandteil des Prozesses. Feedback hilft dabei, Schwächen zu erkennen und die Geschichte zu verbessern. Wichtig ist dabei, Rückmeldungen zu verstehen und nicht blind umzusetzen. Nicht jede Meinung ist richtig. Aber hinter jeder Kritik steckt oft ein Problem, das gelöst werden sollte.

Gerade in dieser Phase zeigt sich, wie hilfreich Vorarbeit wirklich war. Je klarer Idee, Prämisse und Exposé sind, desto gezielter kann später auch Feedback ausfallen. Und desto leichter lässt sich unterscheiden, ob eine Rückmeldung auf einen echten Schwachpunkt hinweist oder nur Geschmackssache ist.

11. 30-Tage-Plan für ein Drehbuch: Wie man ein Drehbuch strukturiert schreibt

Ein strukturierter Zeitplan kann helfen, die Arbeit am Drehbuch effizient zu gestalten. Unser 30-Tage-Plan gliedert den Prozess in schaffbare Etappen: Idee, Prämisse, Figuren, Struktur, Szenen, Dialoge, Überarbeitung.

Jeder Tag hat ein klares Ziel, ohne den kreativen Spielraum einzuengen. So wird aus einem großen Vorhaben ein planbarer Ablauf. Dieser Plan hilft nicht nur Einsteigern, sondern auch Profis, die fokussiert arbeiten wollen. Details und Tagesziele findest du im Beitrag: 30-Tage-Plan Drehbuch schreiben (folgt!)

Regie- und Kameraanweisungen im Drehbuch

Regie- und Kameraanweisungen haben in einem klassischen Drehbuch nur begrenzt Platz. Der Fokus liegt auf der Geschichte, nicht auf der technischen Umsetzung.

In bestimmten Fällen können solche Hinweise sinnvoll sein, wenn sie für das Verständnis der Szene notwendig sind. Dabei gilt jedoch immer: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Ein gutes Drehbuch erzeugt seine Bilder durch Handlung und Struktur – nicht durch technische Vorgaben.

Grundsätzlich haben Regie- und Kameraanweisungen nichts in einem klassischen Drehbuch zu suchen. In Ausnahmefällen kann es aber dramaturgisch sinnvoll sein, solche Hinweise sparsam einzusetzen. Dann werden zum Beispiel Abkürzungen wie T für Total, N für Nah, CU für Close Up oder POV für Point of View verwendet.

Auch Szenenübergänge werden eigentlich nicht ins Drehbuch geschrieben. Trotzdem haben sich Begriffe wie AUFBLENDE und ABBLENDE beziehungsweise FADE IN und FADE OUT für den Anfang oder das Ende eines Films oder einer Szene etabliert. Sie sind in der Praxis deutlich häufiger zu finden als echte Kameraanweisungen.

Alles, was einen Film stark aus technischer Sicht beschreibt, wird in der Regel an anderer Stelle festgehalten, zum Beispiel in einem tabellarischen Treatment oder in gesonderten Unterlagen für die Inszenierung.

Fachliteratur und weiterführende Hilfe

Ein Drehbuch ist ein so umfangreiches Werk, dass sich unmöglich alles in einem einzigen Artikel vollständig behandeln lässt. Deshalb lohnt es sich, zusätzlich mit guter Fachliteratur zu arbeiten und echte Drehbücher zu lesen.

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Wer tiefer in das Thema einsteigen will, sollte sich nicht nur mit einzelnen Tipps zufriedengeben, sondern das Handwerk des Drehbuchschreibens systematisch lernen. Bücher mit praktischen Beispielen, klaren Strukturmodellen und nachvollziehbaren Analysen können dabei enorm helfen. Daher haben wir uns die besten 10 Bücher für Drehbuchautoren rausgesucht und stellen sie in 2 Artikeln vor:

  • Die 10 besten Bücher für Drehbuchautoren – Teil 1
  • Die 10 besten Bücher für Drehbuchautoren – Teil 2

Fazit und Beispiel einer Drehbuchseite

Drehbuch Beispielseite | FilmMachen.deHier ein Beispiel einer typisch aufgebauten Drehbuchseite.

Ein gutes Drehbuch ist kein Zufallsprodukt. Es entsteht durch einen klaren Prozess, durch Planung, durch Struktur und durch Überarbeitung.

Man sollte dabei immer bedenken, dass die hier genannten Punkte nur den grundsätzlichen Aufbau und die wichtigsten Prinzipien beim Drehbuchschreiben beschreiben. Zu einem guten Drehbuch gehört aber wesentlich mehr als ein ordentliches Layout. Eine spannende Dramaturgie, interessante Charaktere, eine Menge Vorarbeit, Recherche und ein gutes Gefühl für Bilder, Rhythmus und Dialog machen am Ende den Unterschied. Und am Ende entscheidet nicht die Formatierung, nicht die Länge und auch nicht der Stil, sondern eine einzige Frage: Funktioniert die Geschichte?

Ein Drehbuch ist also weit mehr als ein gut formatierter Text. Es ist die Grundlage dafür, dass aus einer Idee ein Film werden kann. Mehr Informationen über das Layout, den Aufbau und das Schreiben eines Drehbuches findet man bei WikiBooks.

Dieser Artikel wurde im März 2026 vollständig überarbeitet und erweitert.

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Daniel Negenborn
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Daniel ist Gründer und Autor von FilmMachen.de. Der gelernte Mediengestalter Bild und Ton studierte Regie für Film und Fernsehen und arbeitet seitdem hauptberuflich als Filmschaffender in Deutschland. Im Blog schreibt er über alles, was mit dem Filmemachen zu tun hat.

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17 Kommentare

  1. Pöppl Christian am 9. Dez.. 2014 0:07

    Grüß Gott Herr Negenborn,

    mein Name ist Pöppl Christian. Ich habe ihren Artikel übers Drebuchschreiben auf der Seite „Filmmachen.de“ gelesen.

    Ich schreibe gerade an 2 unterschiedlichen Entwürfen zu Filmideen. Leider musste ich feststellen, dass ich keinerlei Fähigkeiten als Autor besitze und die Bilder in meinem Kopf nur schwer auf Papier bringe.
    Können Sie mir verraten, wo ich ein „Expose“ für einen Film kritisch bewerten lassen kann? Wer hat schon Lust fremde Ideen durchzulesen.

    Mfg,
    Pöppl Christian

    Antworten
    • Avatar-Foto
      Daniel Negenborn am 9. Dez.. 2014 19:37

      Hallo Christian,

      leider kenne ich keine offiziellen „Portale“, bei denen man als „Laie“ seine Exposé-Entwürfe bewerten lassen kann. Allerdings kannst du mir dein Entwurf gerne schicken und ich bewerte ihn nach den Aspekten, die ich innerhalb meiner Ausbildung gelernt habe.
      Gerne kann ich dir auch das Exposé von meinem Abschlussfilm „David“ als Vergleich zukommen lassen.
      Gruß, Daniel

      Antworten
      • Michel Oeler am 12. Sep.. 2017 16:01

        Hallo!
        Ich heiße Michel, bin 14 Jahre alt und möchte gerne – ganz einfach gesagt – einen Film machen. Seitdem ich 8 bin filme und fotografiere ich mit viel Leidenschaft. Kann ich Ihnen meine Exposé auch einmal zukommen lassen, wenn diese fertig ist? Wenn es geht, würd ich mir die Ihres Filmes „David“ auch gerne mal anschauen, dass ich lernen kann, wie so etwas geht.

        Antworten
      • Michel Oeler am 12. Sep.. 2017 16:02

        Ups, noch Viele Grüße (Das darf man ja nicht vergessen).

        Antworten
    • LetsLink am 4. Jan.. 2017 19:25

      Kannst ja mir das schicken ! Ich sag dir ob das gut ist.

      Antworten
  2. Marica am 4. Apr.. 2015 17:29

    Hallo. Diese Drehbuch Beschreibung ist sehr gut. Ich bin gerade selbst am Drehbuch schreiben. Danke. Bitte schicken sie mir eine Email damit ich Sie, falls Fragen sind, anschreiben kann.
    Herzlichen dank, Marica

    Antworten
    • Avatar-Foto
      Daniel Negenborn am 5. Apr.. 2015 13:03

      Hallo Marica,
      es freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Wenn du Fragen hast, kannst du einfach das Kontaktformular benutzen. Dort findest du auch eine E-Mail-Adresse, an die du dich wenden kannst.

      Gruß, Daniel

      Antworten
  3. Karl Diether am 27. Sep.. 2015 22:13

    Sehr geehrter Herr Negenborn,

    vor Monaten speicherte ich Ihre Seite ab, für den Tag, an dem ich die erste Frage an sie habe. Nun ist es soweit: Die Story verfolgt mich seit Jahren, nun begann ich die ersten von Ihnen vorgeschlagenen Schritte zu gehen. Die Story steht, die Handlung ist in groben Zügen geschrieben, die ersten Dialoge für ein eventuelles Drehbuch ausgearbeitet. Nun die eigentliche Frage. Erst ein Expose schreiben ist verständlich… aber an wen senden? Ich selbst komponiere und texte auch für Musikverlage und Plattenlabels, weiß als GEMA-Mitglied was zu tun ist. Wie bitte gehe ich mit einem Expose vor, auch um die Idee nicht klauen zu lassen?

    P.S.ich bin bereits 65 J.alt und habe i.M.nur vor dieses eine Drehbuch zu schreiben. Für einen Kontakt oder eine Antwort wäre ich Ihnen zu großem Dank verpflichtet.

    MfG. K.Diether

    Antworten
    • Avatar-Foto
      Daniel Negenborn am 6. Okt.. 2015 18:35

      Hallo Karl,

      es freut mich sehr, dass dir meine Seite FilmMachen.de gefällt und ich dir etwas helfen konnte. Wenn es darum geht, ein Exposé oder ein Drehbuch schützen zu lassen, bin ich leider nicht der Experte. Doch wenn es dir ernst ist, würde ich einen Notar ansprechen, der sich damit auskennt. So kannst du die Idee „notariell hinterlegen“ lassen und bei evtl. Problemen die Urheberschaft beweisen. Das kostet zwar Geld, ist aber der sichere Weg.

      Übrigens, weitere Informationen zu dem Thema findest du u.a. bei dem Verband Deutscher Drehbuchautoren.

      Gruß, Daniel

      Antworten
    • Elias Tönnies am 5. Nov.. 2019 10:20

      Karl Dieter

      Ich schlage Ihnen vor sich einen LinkedIn Account zu erstellen. Dort werden Sie eventuell gesinnte finden die bereit sind mit Ihnen zu Kooperieren und Ihr Exposé oder auch Drehbuch zu bewerten. LinkedIn ist eine Online-Plattform auf der Sie Beruflich Kontakte knüpfen können, Events besuchen etc.
      Zurzeit arbeite ich an mir um meine Sprachlichen Talente weiter zu entwickeln. Sodass ich lerne Dialoge sowie Erzählung realistisch wiederzugeben, falls jemand einen Tip hat, danke ich.

      Hochachtungsvoll
      Elias Tönnies

      Antworten
  4. Lea am 17. Aug.. 2016 17:47

    Das ist eine gute Beschreibung.

    Antworten
  5. Merina Iskohal am 21. Dez.. 2016 11:46

    Hallo Daniel,

    ich weiß, dass es schon länger her ist, als Du diese Seite geschrieben hast, aber ich frage trotzdem mal. Würde das auch gehen, dass man Drehbuchautor UND Autor ist? Sodass man die (Dreh)bücher, die man geschrieben hat einfach in das andere „verwandelt“, also ein Buch zu einem Drehbuch und ein Drehbuch zu einem Buch umschreiben kann?
    Danke, schon im Voraus!

    Gruß
    Merina Iskohal

    Antworten
  6. Leopold Krueck am 3. Jan.. 2017 15:37

    Hallo!
    Ich hätte eine Frage, nämlich wie würde es mit den Filmrechten aussehen? Ab wann besitzt man sie oder wie bekommt man sie?
    Würde mich über eine Antwort freuen!

    Antworten
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      Daniel Negenborn am 22. Jan.. 2017 16:20

      Hallo Leopold,

      wenn man von „Filmrechten“ spricht, meint man oft, dass man das Recht besitzt einen bestimmten Stoff (z.B. Buch, Hörspiel) verfilmen zu dürfen. Diese Rechte liegen meistens bei den Verlagen, Vertreibern und müssen vertraglich erworben werden. Andere meinen mit „Filmrechten“ die Rechte an einem eigenen Film (z.B. Kurzfilm). Diese Rechte erhält man automatisch, wenn man selbst alles gemacht hat oder sich die Rechte der einzelnen Elemente vertraglich sichert. Beispiel: Ich mache einen Kurzfilm und mache alles selbst außer die Musik. Also lasse ich mir die Rechte für die Verwendung der Musik vertraglich zusichern und habe damit alle Rechte an meinem Film.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen!

      MfG
      Daniel

      Antworten
  7. PandaFilmZ am 29. Jan.. 2017 15:27

    Hallo Herr Negenborn,

    ich habe eine Frage: Wie ist es mit der Drehgenehmigung?
    – Wann wird diese benötigt?
    – Wie sollte diese aussehen?
    – An wen sollte ich mich richten um mir die Bestätigung holen?

    LG PandaFilmZ 😉

    Antworten
  8. Emma am 21. Dez.. 2018 12:55

    Wenn das Drehbuch besonders wertvoll ist, kann es auch beim Notar hinterlassen werden. So ist es, für den Fall, dass es zu einem Rechtsstreit kommt, geschützt. Man kann auch einen Brief an sich selbst mit dem Drehbuch schicken, dann kann das auch als Beweismittel bei einer rechtlichen Auseinandersetzung verwertet werden, solange der Brief ungeöffnet ist.

    Antworten
  9. Emma am 4. Apr.. 2019 8:58

    Für mich ist es immer wichtig, dass alle Figuren ein Ziel haben, wenn sie keines erreichen wollen, dann sind sie meist nicht relevant für die Geschichte und können den Plot nicht vorantreiben. Ich habe mir angewöhnt das Manuskript mir selbst per Post zu schicken, um es vor Gericht vorzeigen zu können, wenn es zu einer Auseinandersetzung kommen sollte. Ein Kollege gibt seines beim Notariat ab, um die Urheberschaft nachweisen zu können.

    Antworten
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