Aller Anfang ist schwer oder: „Gut` Ding will Eile haben.“ Das gilt auch für Luftvideos mit einer eigenen Drohne. Und welcher Hobbyfilmer wünscht sich nicht spektakuläre Filmergebnisse à la Hollywood? Fakt ist: Aus dem Ärmel schütteln lassen sich Filmaufnahmen jedoch nicht. Die folgenden Tipps und Tricks helfen dabei, ein erfolgreicher Drohnen- und Filmspezialist zu werden.

Tipp 1: Detailliertes Kennenlernen der Drohne

Immer mit der Ruhe und eins nach dem anderen. Vor dem filmen steht erst einmal das Kennenlernen der Drohne. Das fliegen muss gekonnt sein, die Beherrschung der Technik zählt ebenfalls dazu. Erste Wahl zum Einstieg in die Filmwelt ist ein sogenannter RTF-Copter, die Kamera sollte bereits integriert sein. RTF steht für „Ready to Fly“, bezeichnet also flugfähige Modelle. Beim Aufbau müssen zumeist nur die Propeller angebaut, die Gerätebatterie eingesetzt werden.

Tipp 2: Auf die Einstellungen kommt es an

Die verschiedenen Kameraeinstellungen sind für Videoaufnahmen ebenfalls immens wichtig und müssen beherrscht sein. Um später ruhige Bilder zu erhalten, sollte die Kamera auf sogenannten Gimbals, elektronisch stabilisierende Halterungen, installiert sein. Mit steigenden Erfahrungen kann ein Umstieg auf System- oder Spiegelreflexkameras eine gute Alternative sein und damit der Einstieg in den semiprofessionellen Bereich gelingen.

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Tipp 3: Nicht einfach drauflos filmen

Vor der Ausübung des Hobbys gilt es sich Gedanken zu machen. Ist die Drohne einsatzbereit, ist der Akku aufgeladen? Sind alle gesetzlichen Auflagen beachtet? Welche Ergebnisse soll das Filmen unbedingt bringen? Wie sind die örtlichen Voraussetzungen? Können durch das Filmen und die Flugbewegungen Personen gefährdet werden? Gibt es eventuell ein kurzes Storyboard?
Die Kameraführung ist enorm wichtig, gewährleistet sie unter anderem doch tolle Effekte der Aufnahmen. Wichtig dabei ist die richtige Wahl der Bildfrequenz, ausgedrückt mit dem Begriff Frames. Marktübliche Kameras sind meist auf 30 FPS eingestellt, können jedoch auf das Doppelte geschaltet werden. Für die Nutzung im Outdoorbereich gibt es jedoch Kameras, die eine Einstellung auf bis zu 120 FPS erlauben, abhängig ist dies in der Regel vom Anbieter.

Wer die Filmaufnahmen etwa bei schlechten Wetterverhältnissen beginnt, könnte im Endeffekt nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Bei zu hoher Sonneneinstrahlung etwa wäre die Kamera durch eine Sonnenblende geschützt. Stark wechselnde Lichtverhältnisse während des Fluges sind zumeist nur wenig zufriedenstellend. Das gleiche gilt für die Propeller, die sich störend ins Bild einschleichen können. Einfach drauflos filmen? Besser nicht. Stattdessen sollte man besser die Gegebenheiten und die Möglichkeiten des Filmumfeldes genau in Betracht ziehen.

Tipp 4: Drohnenfunktionen ausnutzen

Jede Funktion der Drohnenkamera kann für verschiedene Einsatzmöglichkeiten eingesetzt werden. Etwa das Kreisen um Personen beziehungsweise um Objekte. Eine andere Einstellung erlaubt es, die Drohne während der Aufnahmen in der Luft schweben zu lassen. Die Einstellung der automatischen GPS-Funktion erlaubt es hingegen, die Drohne automatisch wieder an den Ausgangspunkt zurückzuführen oder Personen automatisch zu folgen. In jedem Fall sind möglichst auf optimale Positionen der Drohne bezüglich Höhe, Geschwindigkeiten oder von wechselnden Luftverhältnissen zu achten.

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Tipp 5: Film ab!

Bei Filmaufnahmen ist es angeraten, eine zweite Person mitzunehmen. Während der Drohnenpilot sich auf die Steuerung und das Display konzentriert, kann die Begleitung die Flugbewegung der Drohne vom Boden aus verfolgen und auf mögliche Gefahren hinweisen, etwa Bäume oder Überlandleitungen. Idealerweise verfügt das System über eine Zweimannfernbedienung, die die Aufgabenteilung am besten ermöglicht.

Vor dem Dreh sollten die ISO-Werte auf die geringste Stufe eingestellt werden, im besten Fall auf ISO 100. Damit wird allzu grobkörniges Bildmaterial verhindert. Auf die Kameralinse sollte ein ND-Filter aufgesetzt werden, die sich positiv auf eine eventuelle Unterbelichtung auswirkt. Erfahrene Piloten stellen das für ihr Projekt entscheidende Bildprofil ein, etwa Landschaftsaufnahmen.

Tipp 6: Slow-Motion Effekt nutzen

Mit einer Erhöhung der Framerate und der doppelten Verschlusszeit sind Filmaufnahmen später auch in Zeitlupe ruckfrei abzuspielen. Lässt die Kamera eine genaue Verdoppelung der Verschlusszeit nicht zu, sollte die nächst höhere Einstellung genommen werden.

Tipp 7: Begrenzte Aufnahmezeiten beachten

Nichts ist schlimmer, wenn die Akkulaufzeit keine weiteren Aufnahmen mehr ermöglicht und die Drohne in einem solchen Fall automatisch dort landet, wo sie sich gerade befindet. Über einem See oder einem dicht bewachsenen Wald kann die Landung zu großen Problemen führen.

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Tipp 8: Die Flugbahn entscheidet

Sonnenlicht von vorne – das kann einen wunderbaren Effekt ergeben, der jedoch nicht filmentscheidend ist, wenn es ein Zuviel an Sonne gibt. Weite Kurven und ruhig geführte Flugbahnen sind definitiv viel besser. Auf Zickzackkurven oder schnelle Richtungsänderungen besser verzichten.

Tipp 9: Kamerawinkel beeinflussen das Filmmaterial

Über ein verbautes Kugelgelenk lassen sich während der Filmaufnahmen die Kamerawinkel beeinflussen. Sie sollten jedoch nicht den Kameraführer zeigen, es sei denn, dieser Effekt ist von Anfang an gewünscht.

Tipp 10: Vorher bereits an Nachher denken

Ohne Nachbereitung mit einem Videoschnittprogramm sind Drohnenaufnahmen meist nur halbherzig. Auch hierbei gilt: Erfahrungen sind alles. Das Gebot der Stunde: Szenen schneiden, Musik, Vor- und Abspann einfügen – nur dann könnte es irgendwann heißen: Hollywood, ich komme!


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