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Home»Film-Grundlagen»Filmschnitt»Die Montageformen im Film: Ein Überblick

Die Montageformen im Film: Ein Überblick

von FilmMachen.de - Redaktion8. Jan.. 20185 Min. Lesezeit
MAGIX Video Deluxe 2017 - Timeline
© MAGIX
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Die Montage eines Films beschreibt die Verbindung einzelner Einstellungen zu einem erzählendem Medium.

Dabei gibt es verschiedene Montagearten, bei welchen die Geschichte des Films nicht nur durch die Verbindung einzelner Einstellungen erzählt wird, sondern eher durch die Assoziationen, die beim Zuschauer hervorgerufen werden, wenn er einzelne Einstellungen miteinander verknüpft.

Doch welche Montageformen gibt es, welche Wirkungen haben sie und wie setzt man sie erfolgreich ein? Im folgenden Artikel sind die wichtigsten Montageformen übersichtlich aufgeführt.

Die Montageformen im Film – Ein Überblick

Kontinuitätsmontage

Eine der am häufigsten verwendeten Montageformen im Film ist die Kontinuitätsmontage, auch erzählende Montage genannt. Durch sie wird die Handlung des Films zusammengesetzt, ohne dass jedes Detail gezeigt werden muss. Vorgänge werden ausgelassen, von denen anzunehmen ist, dass das Publikum sie durch seine Erfahrung gedanklich ergänzen kann.

Die Kontinuitätsmontage spart Filmzeit und bildet die Grundlage für andere Montageformen im Film.

Parallelmontage

Die Parallelmontage wird auch Kreuzschnitt oder Wechselschnitt genannt. Bei diesen Montageformen im Film werden mindestens zwei Handlungslinien abwechselnd gezeigt. Sie werden oft dazu verwendet, um Spannung zu erzeugen, außerdem kann das Publikum mehrere Figuren und deren Lebenswelten kennenlernen, während die Handlungslinien aufeinander zulaufen.

Thriller, Krimi und Actionfilm bedienen sich häufig dieses Filmschnitts, indem zum Beispiel die gefährdete Person und ihr Retter abwechselnd gezeigt werden. Sie kann auch in humorvoller Weise eingesetzt werden, wie im Film Das fünfte Element des französischen Filmregisseurs Luc Besson.

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Assoziationsmontage

Bei einer Assoziationsmontage wird ein aussagekräftiges Bild in der nächsten Einstellung erneut gezeigt, diesmal aber in einem neuen Kontext. Eine gelungene Assoziationsmontage wirkt einfallsreich und gewitzt. Sie ist ebenfalls eine der am häufigsten verwendete Montageformen im Film.

Mehrere Beispiele finden sich im Film Forrest Gump: Auf eine Einstellung, in der man sieht, wie Mrs. Gump gemeinsam mit ihrem Sohn Forrest in die Schule geht, um ihn anzumelden, folgt eine zweite, in der ihr der Schulleiter sagt, ihr Sohn sei anders. Der Betrachter weiß, dass von Forrest die Rede ist, auch wenn er nicht zu sehen ist.

Kollisionsmontage

Diese Form der Montage geht ebenfalls auf Sergej Eisenstein zurück. Die Kollisionsmontage ist mit der Assoziationsmontage verwandt, wobei Bilder mit eigentlich inkompatibler Bedeutung nebeneinander gestellt werden. Dadurch wird das Publikum in die Pflicht genommen, eine gedankliche Brücke zwischen diesen zwei Bildern herzustellen.

Ein frühes, eindringliches Beispiel für die Montage als Kollision findet sich beispielsweise in dem Film Streik von Sergej Eisenstein, in dem die Bilder des Mordes an Streikenden mit dokumentarischen Bildern aus einem Schlachthof montiert werden.

© DragosCondreaW / Depositphotos.com

Metaphorische Montage

Die metaphorische Montage gehört zu den assoziativen Montageformen im Film. Zwei Bilder werden gegenübergestellt, woraus sich für das Publikum eine Metapher mit Erkenntnisgewinn ergibt. Beispielweise, wenn auf die Szene einer Straßendemonstration die Aufnahme von aufbrechendem Eis folgt. Wie man an diesem Beispiel erkennen kann, besteht hier die Gefahr einer Konventionalisierung durch stereotype Bedeutungszuweisungen.

Rhythmische Montage

Über eine rhythmische Montage lässt sich das Tempo des Films steuern. Wenige Schnitte erzeugen Ruhe und Bedeutung, aber eventuell auch Langeweile; kurze Schnitte erhöhen das Tempo und die Dynamik, können aber auch oberflächlich wirken. Folgt auf eine längere Schnittfolge eine kürzere, so wird Spannung erzeugt. Der bewusste Einsatz der rhythmischen Montage sorgt dafür, dass das Publikum bei Laune bleibt und sich nicht langweilt.

Sie ist ebenfalls eine der am häufigsten eingesetzten Montageformen im Film.

Leitmotivmontage

Bei diesem künstlerischen Filmschnitt taucht ein bestimmtes Bild oder eine bestimmte Szene immer wieder auf. Dadurch wird das Publikum an einen bestimmten Vorgang erinnert. Das Leitmotiv kann mit einer bestimmten Figur, einem Ort oder einer Idee verbunden werden.

Dieses Leitmotiv kann auch eine Melodie oder ein Ton sein, wie in Stevens Spielbergs Film Der weiße Hai, in welchem der besagte Raubfisch eine immer wiederkehrende Tonerkennung hat, die von dessen Nahen kündet.

Intellektuelle Montage

Viele der noch heute verwendeten Montageformen im Film gehen auf die Filme und Theorien des sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein zurück. So auch die intellektuelle Montage; sie dient dazu, Denkprozesse beim Publikum auszulösen. Durch die Nebeneinanderstellung zweier Einstellungen ergibt sich nicht nur die Summe dieser Einstellungen, sondern ein neuer Sinn, der erst durch Nachdenken erkannt wird.

Ihre Bedeutung erschließt sich also nicht assoziativ, sondern intellektuell. Beispielhaft lässt sich diese Art der Montage in Sergej Eisensteins Film Oktober erleben.

Fazit

Neben den oben aufgezählten Montageformen gibt es noch viele weitere Formen und Unterformen der Montage. Nicht alle davon sind aber wirklich gängige Formen und daher hier nicht aufgeführt.

Fest steht: Wer bei der Montage seines Filmes viele Möglichkeiten haben möchte, sollte sich die unterschiedlichen Montageformen genauer ansehen. Denn nur wer alle Formen kennt, kann sie schließlich für sich neu entdecken, vorher miteinplanen und die eigene Kreativität beim Filmschnitt voll ausleben!

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