Die Technik entwickelt sich unglaublich schnell, doch gefühlt ist in der Welt der Amateurfilmer in den letzten Jahren gar nicht soviel passiert. Wer heute mit zehn Jahren alten Equipment arbeitet, dürfte (abgesehen von höheren Auflösungen) kaum einen großen Unterschied bei moderneren Equipment bemerken, oder?

Ganz klar, eine alte Kamera kann auch heute noch gute Dienste leisten, doch es gibt ohne jede Frage neue Kameratechnik, die sicherlich für den ambitionierten Filmer in Zukunft Standard werden könnte. Wir haben uns einige dieser Sachen mal genauer angesehen.

SSDs werden immer normaler

Für viele Kameras gibt es praktische Adapter, um normale SSDs zu verwenden. Das hat einige Vorteile: Im Gegensatz zu CFast- oder SD-Karten sind SSDs auf den GB-Preis gerechnet deutlich günstiger. Stand heute bekommt man eine SSD mit 512 GB für unter 100 € , eine CFast mit der gleichen Kapazität kostet dagegen ca. 600 €. Die CFast-Karte ist zwar kompakter, aber die Transferrate ist geringer. Insbesondere wer mit RAW aufzeichnet, kann von diesem Trend ganz klar profitieren. Bei einigem Kameras aus dem Hause Blackmagic kann man bereits seit über fünf Jahren mit klassischen SSDs arbeiten, während im Profibereich immer noch spezielle Lösungen genutzt werden, die aber im inneren auch „nur“ eine SSD sind.

Für einige Kameras gibt es diese Adapter bereits für 100 €, die Investition lohnt sich entsprechend schnell. Wir haben das Produkt zwar selbst noch nicht getestet, jedoch dürfte es sicher für den Anspruch funktionieren: https://www.ebay.de/itm/113915695882

edelkrone – beeindruckendes Equipment zum fairen Preis

Der eine oder andere von euch hat sicher schon von der Firma edelkrone gehört. Die aus Deutschland stammende Firma hat sich einen Namen mit Equipment gemacht, dass sich einfach per Handy steuern lässt. Erst vor Kurzem wurde der JibONE vorgestellt, ein Kamerakran für  1.199 €. Mit diesem Kamerakran lassen sich sehr präzise Kamerafahrten einstellen, die mit einem normalen Kamerakran schlicht nicht möglich wären. Durch die Kombination mit anderen Produkten aus dem Hause edelkrone (wie dem HeadPlus) und der praktischen App, die alle aktuellen Produkte unterstützt, lassen sich noch komplexere Kamerafahrten umsetzen.

Edelkrone JibONE | My New Favorite Camera Move

Sicherlich muss man hier ein paar Euro investieren, doch vor einigen Jahren waren solche Möglichkeiten nur in Hollywood zu finden. Wir haben selbst einen SurfaceOne und wollen ihn nicht mehr missen.

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Blackmagic – auf etablierte Standards setzen

Blackmagic findet sich in vielen Videostudios wieder, von Bildmischern bis zur beliebten Reihe an bezahlbaren Kameras. Das besonders praktische: Viele Kameras kommen mit einem EF-Mount, dem Anschluss klassischer Canon Objektive. Wer also bereits einige hochwertige Objektive besitzt, braucht gar nicht erst großartig aufrüsten. Alternativ kann man auch mit dem MFT-Objektivanschluss arbeiten, doch das Resultat bleibt gleich: Wer bereits viel Geld in Hardware gesteckt hat, bleibt dennoch bei der Wahl der Kamera flexibel.

Glauben wir, dass Blackmagic damit zum Standard für Prosumer wird? Darum geht es eigentlich gar nicht, vielmehr ist es der Ansatz, dass Dritthersteller von Haus aus bereits etablierte Standards nutzen. Das betrifft auch Punkte wie Speichermedien, bei den meisten Kameras von Blackmagic hat man die Möglichkeit mit verschiedensten Varianten zu arbeiten. Es wäre wünschenswert, wenn auch unrealistisch, dass andere Hersteller diesem Ansatz folgen.

Raw mit dem Handy aufnehmen

LG hat 2017 mit dem LG V30 ein Handy auf dem Markt gebracht, dass in der Videomacher-Szene für viel Aufsehen gesorgt hat. Auch wenn es im Vergleich zu den heutigen Kameras was die reine Auflösung und Framerate angeht abstinkt, hat es doch ein Feature, dass es extrem vom Wettbewerb unterscheidet. Das LG V30 kann Videos in RAW aufnehmen, so dass man in der Nachbearbeitung Ergebnisse erreichen kann, von denen man selbst mit Consumer-Kameras der Mittelklasse nur träumen kann.

LG V30 vs. $50,000 RED Weapon - Replicating the Walter Mitty Longboard Scene

Wir fragen uns, warum hier nicht mehr Hersteller die Möglichkeit nutzen. Insbesondere vom aus dem Hause RED stammenden Handy haben wir uns ein Kameramonster erhofft, die Realität war aber ernüchternd.

Was wird noch in Zukunft kommen?

Die nächsten Jahre werden sicher sehr spannend. Kameras werden immer kompakter, selbst mit einem Handy kann man, mit ein paar Tricks, unglaublich gute Ergebnisse erzielen. Dazu werden auch günstige Rechner immer leistungsstärker, RAW-Material lässt sich so von jedermann bearbeiten. Schon heute geht das sehr gut mit Software wie DaVinci Resolve von Blackmagic, was es zudem im einer kostenfreien Variante gibt. Auch andere Sachen werden sicher in unserem Alltag einziehen: Smarthome-Lösungen werden immer bezahlbarer, große Fernseher kosten nur noch einen Bruchteil und Cryptowährungen wie der Bitcoin könnten massentauglicher werden, schon heute gibt es Bitcoin Casinos. Man kann auf jeden Fall sehr gespannt sein, was da in Zukunft noch alles kommen wird.

Doch eine Sache wird sich nicht ändern: Wer einen guten Kurzfilm machen möchte, muss gar nicht auf neuste Technik achten. Viel wichtiger sind kreative Ideen und Übung. Das richtige Gefühl für ein schönes Bild oder eine gut erzählte Geschichte kann nicht gekauft werden, es muss durch viel Arbeit und Fleiß (zum Großteil) von einem selbst entwickelt werden.


Artikelbild: © monkeybusiness

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