Horrorfilme vermitteln das Gefühl von echter Angst, weit über den eigentlichen Film hinaus. Ein erdrückendes Gefühl, dass so manchen Zuschauer in der Nacht bis in die Träume cverfolgt. Doch was steckt eigentlich hinter dem Genre und wie hat es sich im Laufe der Zeit verändert?

Ich habe mir einige der bekanntesten Vertreter des Genres angeschaut und habe den immer größeren Einfluss von Gore und Sex betrachtet. Sind zeitgemäße Horrorfilme eigentlich noch “echte” Horrorfilme? Eins noch vorab: In diesem Beitrag werden Sub-Genres ein wenig vermischt.

Was macht das Genre Horror aus?

Bereits 1910 gab es die erste Verfilmung von Frankenstein, kurze Zeit später folgten legendäre Streifen wie Nosferatu und Dracula. Die ersten Vertreter haben entsprechend eins gemeinsam: Sie basieren im Grunde auf übernatürlichen Begebenheiten, die so in unserer Welt nicht existieren. Auch über 100 Jahr später wird gerne mit dem Übernatürlichen gearbeitet, doch es gab noch einen anderen Trend, der mehr Blut und Gewalt in den Fokus gerückt hat.
Die Filme selbst sind zumeist, wenig überraschend, sehr dunkel gehalten. Ein wichtiger Faktor, der sich bis heute nicht geändert hat. Lediglich bei wenigen Filmen werden Teile der Handlung in freundlicheren Farben dargestellt.

Der Wechsel zum Gore-Porn

Theoretisch gehören viele Vertreter späterer Gore-Porn Filme nicht zum Horrorfilm selbst, bauen aber oftmal auf sehr ähnlichen Stilmitteln auf. Dazu kommt der Faktor, dass die Macher jedoch nicht nur erschrecken wollen, sie wollen schocken. Ein bekanntes Beispiel ist der Film Cannibal Holocaust, in Deutschland als Nackt und zerfleischt bekannt. Auch wenn es auf den ersten Blick nur um Gewalt geht, kommt hier auch eine gute Story ergänzend dazu.
Damit distanziert er sich von vielen anderen Vertretern des Genre, ist aber kein bisschen weniger schockierend. Massentauglichere Ableger wie Final Destination bedienen sich weiterhin der Darstellung von Gewalt, folgen aber eher einer klassischeren Story. Es ist zwar kein klassicher Horror, man erschreckt nicht mehr im eigentlichen Sinne, man ist eher schockiert.

Die zahlreichen Untergenre

Ich habe es schon angeschnitten: Klassische Horrorfilme haben mit den modernen Ablegern nicht mehr viel gemeinsam. Das ist jedoch nicht unbedingt verkehrt, denn Horror wirkt für jeden Zuschauer anders. Insbesondere mit Start der 2000 haben zahlreiche Vertreter mit steigenden Möglichkeiten im Bereich FX imposante Gore-Szenen erzeugen können. Oft geht es bei diesen Gore-Titeln weniger um den eigentlichen Horror durch Schreckmomente. Es geht um Charaktere, die eine solche Ablehnung gegenüber Menschen haben, dass sie mit diesen Menschen schreckliche Dinge vollziehen. Beispiele dafür sind Human Centipede oder auch Serbian Film, zwei sehr kontroverse Filme.
Doch FX findet sich auch sehr stark in anderen Untergenres weider, so auch in Filmen, die Übernatürliches behandeln. Der bekannteste Vertreter unserer Zeit dürfte da wohl Paranormal Activity sein.

Ist der Horrorfilm tot?

Wenn man das alles so liest wirkt es so, als wäre der klassische Horrorfilm durch explizite Gewaltdarstellung und Sex gestorben, oder? Machen wir uns nichts vor, die wenigsten von uns werden sich bei einem der alten Vertreter des Genres noch erschrecken, wir sind abgestumpft. Doch ohne jede Frage spürt man den über 100 Jahre alten Einfluss bis zum heutigen Tag.


© gpointstudio

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.