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Home»Film-Grundlagen»Filmgenres»Der Horrorfilm – Das Filmgenre der Angst
Bild: KI (DALL·E / OpenAI)

Der Horrorfilm – Das Filmgenre der Angst

von Benedikt Voigt17. Feb.. 20204 Min. Lesezeit
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Horrorfilme vermitteln das Gefühl von echter Angst – Weit über den eigentlichen Film hinaus. Ein erdrückendes Gefühl, das so manchen Zuschauer bis in die Träume verfolgt. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Genre, und wie hat es sich im Laufe der Zeit verändert?

Ich habe mir einige der bekanntesten Vertreter angeschaut und den immer größeren Einfluss von Gore und Sex betrachtet. Sind zeitgemäße Horrorfilme überhaupt noch „echte“ Horrorfilme? Eins noch vorab: In diesem Beitrag werden Sub-Genres ein wenig vermischt.

Was macht das Genre Horror aus?

Bereits 1910 gab es die erste Verfilmung von Frankenstein, kurze Zeit später folgten legendäre Streifen wie Nosferatu (1922) und Dracula (1931). Die ersten Streifen haben dabei alles eines gemeinsam: Sie basieren auf übernatürlichen Begebenheiten, die so in unserer Welt nicht existieren. Auch über 100 Jahre später wird gerne mit dem Übernatürlichen gearbeitet, doch es gab noch einen anderen Trend, der mehr Blut und Gewalt in den Fokus gerückt hat.

Ein weiteres, bis heute prägendes Element: Dunkelheit. Horrorfilme spielen meistens in düsteren Kulissen, mit wenig Beleuchtung und längeren Schatten. Diese Art der Gestaltung erzeugt nicht nur Atmosphäre, sondern vor allem das Gefühl von Unsicherheit. Nur selten durchbrechen Filme diesen Stil und setzen bewusst auf helle Farben, um einen Kontrast zum Schrecken zu schaffen.

Film Noir Lichtsetzung: Licht im Film Noir Stil
© stokkete – photodune.net

Der Wechsel zum Gore-Porn

Theoretisch gehören viele spätere Gore-Porn-Filme nicht mehr direkt zum klassischen Horror, bedienen sich aber ähnlicher Stilmittel. Hier steht nicht mehr die Angst, sondern der Schock im Mittelpunkt. Ein bekanntes Beispiel ist Cannibal Holocaust (1980), in Deutschland unter dem Titel Nackt und zerfleischt bekannt. Auch wenn dieser Film scheinbar nur rohe Gewalt zeigt, bietet er gleichzeitig eine tiefe und gesellschaftskritische Botschaft.

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Damit distanziert er sich von vielen anderen Vertretern des Genres, ist aber dennoch nicht weniger verstörend. Massentauglichere Ableger wie Final Destination oder Saw setzen weiterhin auf drastische Gewaltdarstellungen, folgen aber einer strukturierteren Story. Es ist kein klassischer Horror mehr, bei dem man sich erschreckt – es ist das pure Entsetzen, das schockiert.

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Die zahlreichen Subgenres

Ich habe es bereits angedeutet: Klassische Horrorfilme haben mit den modernen Ablegern nicht mehr viel gemeinsam. Doch das ist nicht unbedingt schlecht, denn Horror wirkt für jeden anders. Seit den 2000er-Jahren haben sich viele neue Spielarten entwickelt – mit immer eindrucksvolleren Effekten. Besonders Gore-Filme setzen verstärkt auf FX, um ihre Schockmomente noch eindrucksvoller zu gestalten.

Oft geht es in diesen Filmen nicht mehr um klassische Schreckmomente, sondern um verstörende Figuren, die eine tiefe Ablehnung gegenüber anderen Menschen zeigen und mit ihnen grausame Dinge vollziehen. Beispiele dafür sind The Human Centipede oder A Serbian Film – zwei der umstrittensten Filme überhaupt.

Auch übernatürliche Horrorfilme setzen verstärkt auf digitale Tricks, um bedrohliche Wesen zum Leben zu erwecken. Ein herausragendes Beispiel unserer Zeit ist Paranormal Activity, das mit einem geringen Budget dennoch große Wirkung erzielte.

© stockasso / Depositphotos.com

Ist der Horrorfilm tot?

Wenn man all das betrachtet, könnte man meinen, dass der klassische Horrorfilm durch explizite Gewalt und Sex verdrängt wurde. Doch ist das wirklich so? Machen wir uns nichts vor: Die wenigsten von uns erschrecken sich heute noch vor einem der alten Genre-Vertreter. Wir sind abgestumpft – unsere Sehgewohnheiten haben sich verändert.

Doch das bedeutet nicht, dass Horrorfilme ihren Reiz verloren haben. Ganz im Gegenteil: Der Einfluss der frühen Werke ist bis heute spürbar. Neuere Horrorfilme experimentieren mit altbekannten Elementen und mischen sie mit modernen Stilmitteln. Der ursprüngliche Horror lebt also immer weiter – nur auf eine andere Art.

Was macht für dich die Faszination im Horror aus? Schreib es gern in die Kommentare! 👻

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Benedikt Voigt

Benedikt Voigt unterstützt FilmMachen.de durch seine Fachkompetenzen im Bereich Video-Marketing, Social Networking und zeitgemäßer Medienstrategien. Seine Leidenschaft für Filme äußert sich vor allem bei Online-Medien und Videos.

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