Sein Name ist Bond, James Bond, und die Nennung allein genügt, um bei Fans den Adrenalinspiegel in die Höhe schießen zu lassen. Achtundvierzig Jahre nach seinem ersten Auftritt ist der Superagent mit der Lizenz zum Töten noch immer ein Kassenschlager.

Zwar ist sein 25. Auftritt in „No Time To Die – Keine Zeit zu Sterben” eines der ersten Leinwand-Opfer der Corona-Pandemie und der ursprünglich für Anfang April geplante Filmstart ist zunächst auf November verschoben worden, aber die 24 bisherigen Abenteuer von 007 sind allemal ein zweites oder drittes oder zehntes Gucken wert.

JAMES BOND 007: Keine Zeit Zu Sterben Trailer German Deutsch (2020)

Sechs Schauspieler haben Ian Flemings legendären Martini-trinkenden Frauenhelden bisher verkörpert. Für viele noch immer der James Bond schlechthin ist das Original, der Schotte Sean Connery, der mit Augenzwinkern und eindeutigen Zweideutigkeiten zum Star wurde. Sein direkter Nachfolger, der Australier George Lazenby, stieg nur einmal in die handgefertigten Schuhe des Helden. Der nächste Darsteller war Roger Moore, der James Bond mit einer Lässigkeit und Selbstironie verkörperte, die ihn zum würdigen Nachfolger des Altmeisters machte. Dagegen hatte Timothy Dalton keine Chance, in seinen zwei Filmen die Fans ihren Roger Moore vergessen zu lassen. Sein Nachfolger, der Ire Pierce Brosnan, kam mit seiner Mischung aus Coolness und Action deutlich besser an, auch wenn sich sein Bond noch ganz an der alten Version des Ladykillers orientierte.

Die Ära Daniel Craig -- plötzlich auch geschüttelt?

Das änderte sich erst mit der jüngsten Inkarnation. Zwar ist auch Daniel Craig als James Bond ein für die Frauen unwiderstehlicher Draufgänger, aber er schleppt genug seelischen Ballast und Schuldgefühle mit sich herum, um die Schablone zu durchbrechen. Dafür genügte in seinem ersten Film ein einziger Satz. Daniel Craig war der erste 007, der zwar noch immer seinem Martini treu blieb, doch es war ihm vollkommen gleichgültig, ob der Drink gerührt oder geschüttelt wurde. Hauptsache, die Alkoholmischung stimmte. Und statt Baccarat bevorzugt er Poker.

So unterschiedlich wie die Darsteller sind auch die Filme. Eines jedoch haben sie alle gemeinsam: aufregende Schauplätze, die sich von Anfang an aus der Masse abheben. Nicht umsonst war der Bond-Schöpfer und ehemalige Geheimdienstler Ian Fleming selbst ein ruheloser Weltenbummler mit einer Schwäche für schöne Frauen, gutes Essen, Glücksspiel und schnelle Autos. Die ersten James-Bond-Romane schrieb er in seinem Strandhaus auf Jamaica, das er „Goldeneye“ genannt hatte.

Ein Blick auf die Klassiker

Die besten Bond-Filme sind denn auch noch immer diejenigen, in denen 007 und sein Schöpfer förmlich verschmelzen, was die Schauplätze und Vorlieben anbelangt.

Unvergesslich ist der dritte Bond-Film „Goldfinger“, der für viele Fans der beste von allen ist. Er verbindet eine raffinierte Geschichte, nämlich einen gewagten Überfall auf Fort Knox, mit jeder Menge schöner Frauen, einprägsame Schurken in der Form des rachsüchtigen, beim Kartenspiel und beim Golf betrügenden Goldfinger sowie seinem Helfershelfer Oddjob, der seinen mit einer Rasierklingen-scharfen Krempe versehenen Hut mit tödlicher Präzision schleudert. In „Goldfinger“ kommt zudem ein persönliches Element hinzu, als James Bond seine Gespielin für eine Nacht ermordet auffindet.

Die Mischung aus persönlichem Motiv und weltmännischem Ambiente kommt auch in „Casino Royale“ voll zum Tragen. Daniel Craigs Debüt ist von Anfang bis Ende adrenalingeladen. Von der auf den Bahamas gedrehten Verfolgungsjagd über Mauern und Dächer, die Bond auf die Spur von Bösewicht Le Chiffre führt, bis zum Finale in Venedig, bei dem 007 versucht, seine Geliebte Vesper Lynd aus einem in den Canale Grande stürzenden Palazzo zu retten, lässt der Film kaum eine Atempause zu. Der Höhepunkt ist dabei außer der Tatsache, dass Bond erstmals nach dem Verlust seiner Frau Tracy in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ wieder ernsthafte Gefühle entwickelt, die Casino-Szene.

Bond und Fleming waren von Anfang an den Spieltischen zuhause, in denen in eleganter Umgebung geflirtet und gesetzt wurde. Doch in „Casino Royale“, wo Bond statt seinem üblichen Baccarat Poker um Millioneneinssätze spielt, muss er gewinnen, um Le Chiffre, der mit seinem Geld Terrorismus finanziert, zur Strecke zu bringen. Jede Karte, jeder Spielzug beeinflusst das Schicksal der Welt …

“Der Spion, der mich liebte” ist ebenfalls einer der herausragenden Filme in der 007-Reihe. Mit Roger Moore in der Hauptrolle ging es 3 um die Rettung der Welt vor einem größenwahnsinnigen Magnaten, der U-Boote mit Nuklearwaffen stiehlt, fast die gesamte Menschheit ausrotten will und den Neuanfang in einer atemberaubenden Unterwasserwelt plant. Damit nicht genug, hat 007 es auch noch mit Konkurrenz aus einem gegnerischen Geheimdienst zu tun, aber dem Mann mit der Lizenz zum Verführen gelingt es wie immer, selbst eine eisige Schönheit aus den Reihen des russischen KGB zum Schmelzen zu bringen.

„Man lebt nur zweimal“ mit Ur-Bond Sean Connery ist nicht nur wegen der zugegebenermaßen verblüffenden Verkleidung von Bond als japanischer Fischer einen Platz unter den bemerkenswertesten Abenteuern der Reihe wert.

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Bond, der auf die Suche nach im Weltall entführten Raumschiffen geführt wird, ehe USA und Russland, die einander die Schuld geben, einen Atomkrieg beginnen, trifft hier erstmals auf seinen Katzen liebenden Erzfeind Ernst Stavro Blofeld, der immer wieder auftaucht und auch in „No Time To Die – Keine Zeit zum Sterben“ eine Rolle spielen soll. Der überwiegend in Japan gedrehte Film, dessen dramatisches Finale in einem zum Weltraumbahnhof umgebauten erloschenen Vulkan spielt, besticht durch fernöstliches Flair, technische Spielereien von Waffenmeister Q und dem Auftritt von Karin Dor als erstem deutschen Bond-Girl. Sie darf außer Kurven auch Köpfchen zeigen.

Wie geht es für Bond weiter?

Wie die meisten Frauen in James Bonds Universum war ihre Zeit begrenzt. Konstant ist nur Miss Moneypenny, auch wenn Madeleine Swann aus „Spectre“ auch im neuen Film an der Seite von 007 zu finden sein wird. Wie genau das aussieht, wird sich im November herausstellen.

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