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Home»Technik»Kamera»Kameraschwenk im Film: Erklärung & Tipps

Kameraschwenk im Film: Erklärung & Tipps

von Daniel Negenborn13. Apr.. 20156 Min. Lesezeit
© D. N.
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Richtig Schwenken: Was in der Theorie relativ leicht klingt, kann in der Praxis umso schwerer sein – Denn ein guter Schwenk ist nicht mal eben schnell gemacht.

Aus diesem Grund beschäftige ich mich in diesem Artikel genauer mit dem Thema „Schwenken“ und gehe darauf ein, wie man es richtig macht und worauf man achten sollte.

  1. Kamerabewegungen im Film: Übersicht & Beispiele
  2. Die richtige Kamera für deinen Film wählen
  3. Kameraschwenk im Film: Erklärung & Tipps
  4. Zoomen im Film: Tipps & Beispiele
  5. Handkamera im Film: Tipps & Einsatz

Was ist ein Kameraschwenk? (Definition)

Ein Kameraschwenk ist ein Stilmittel bei der Aufnahme von Filmmaterial für Spiel-, Dokumentarfilme oder Videos.

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Beim Schwenken wird die Kamera über eine Szene bzw. Aufnahme bewegt (geschwenkt), um den Zuschauern einen Überblick über das Geschehen zu geben. Dabei verändert die Kamera ihren Standpunkt nicht.

Achtung: Ein Kameraschwenk entspricht nicht der natürlichen Sehgewohnheit des Menschen. Stattdessen nimmt der Mensch seine Umwelt als eine Art Aufeinanderfolge von einzelnen, hart aneinander geschnittenen Bildausschnitten war.

Die Arten des Kameraschwenks

Man unterscheidet verschiedene Arten des Kameraschwenks: Langsamer Kameraschwenk, begleitender Kameraschwenk, schneller Kameraschwenk und Reißschwenk.

Eine besondere Art des Kameraschwenks ist das Schwanken.

Langsamer Kameraschwenk

Der langsame Kameraschwenk dient dazu, dem Zuschauer die Umgebung näher zu bringen. Da diese Art des Schwenkens dem Beobachtungsverhalten des Menschen entspricht, kann man sie dafür einsetzen, um dieses Verhalten filmisch darzustellen.

Man sollte allerdings darauf achten, dass man nicht zu langsam schwenkt.

Begleitender Kameraschwenk

Der begleitende Kameraschwenk begleitet die Bewegung von Objekten bzw. Personen. Dabei bleibt das Objekt bzw. die Person im Fokus, während der Hintergrund bei der Bewegung verwischt.

Die Schwenkgeschwindigkeit hängt dabei von der Geschwindigkeit des Objekts bzw. der Person ab.

Schneller Kameraschwenk

Der schnelle Kameraschwenk kann aus verschiedenen Gründen eingesetzt werden. Dabei ist der Einsatz häufig sehr stark mit der Handlung des Films verbunden.

So können schnelle Schwenks plötzliche Reaktionen von Protagonisten betonen oder dazu dienen, ganze Szenen ohne Schnitt aufzunehmen.

Reißschwenk

Eine Besonderheit des Kameraschwenks ist der Reißschwenk. Dabei wird sehr schnell zwischen zwei Bildobjekten geschwenkt, sodass der Raum zwischen Anfangs- und Endbild wortwörtlich verwischt. Der Reißschwenk wird dazu eingesetzt, um das natürliche Sehverhalten des Menschen nachzuempfinden und sehr schnell zwischen zwei Bildobjekten zu wechseln. So kann auch das gleichzeitige Geschehen zweier Handlungen in der selben Szene verdeutlicht werden.

Schwanken

Beim Schwanken wird die Kamera abwechselnd schräg nach rechts und nach links gekippt, sodass ein desorientierender Eindruck beim Zuschauer entsteht.

Der Einsatz des Schwankens kann verschiedene Wirkungen haben: So können z.B. Bewegungen eines Bootes auf hoher See dargestellt oder in der subjektiven Kamera, rauschhafte Zustände eines Protagonisten vermittelt werden.

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Die Ebenen des Kameraschwenks

Der Kameraschwenk unterteilt sich in drei verschiedene Ebenen: Horizontalschwenk, Vertikalschwenk und Diagonalschwenk.

Horizontalschwenk

Der Horizontalschwenk wird dazu benutzt, um Landschaften zu zeigen, die aufgrund des vorgegebenen Bildausschnitts nicht anders dargestellt werden können. Außerdem können so die Bewegungen von Personen bzw. Objekten verfolgt werden.

Eine besondere Form des Horizontalschwenks ist der 360°-Schwenk. Dabei fährt die Kamera komplett um einen Protagonisten herum. Dies kann verschiedene Wirkungen haben, je nach Mimik und Gestik der Person. In den meisten Fällen wird der 360°-Schwenk dazu eingesetzt, um Glücksgefühle, aber auch Angstzustände einer Person darzustellen.

Vertikalschwenk

Der Vertikalschwenk wird benutzt, um große Objekte, wie z.B. Kirchen oder hohe Gebäude aufzunehmen, die aufgrund ihrer Höhe nicht anders gezeigt werden können.

Allerdings kann man mit einem Vertikalschwenk auch Personen darstellen, z.B. indem man mit dem Schwenk bei den Füßen beginnt und beim Kopf endet. Auf diese Weise wird eine gewisse Spannung für die Zeit des Schwenks erzeugt, da man das Gesicht des Protagonisten erst ganz am Ende sieht.

Diagonalschwenk

Der Diagonalschwenk ist die Kombination eines Horizontal- und eines Vertikalschwenks. Er betont die Linienführung im Bild und vermittelt Spannung.

Vor- und Nachteile des Kameraschwenks

Schwenken hat verschiedene Vor- und Nachteile, die je nach Situation und Szene unterschiedlich ausfallen können.

Hier sind die wichtigsten Vor- und Nachteile eines Kameraschwenks im Überblick:

Vorteile

+ Ein Kameraschwenk eröffnet den filmischen Raum in eine Richtung (horizontal, vertikal, etc.) und kann den Blick des Zuschauers lenken.

+ Durchs Schwenken können Landschaften, Objekte oder Personen dargestellt werden, die aufgrund des vorgegebenen Bildausschnitts nicht anders gezeigt werden können.

+ Ein Reißschwenk (ein schneller Kameraschwenk) imitiert die natürliche Augenreaktion des Menschen und vermittelt Spannung und Aktion.

+ Ein guter Kameraschwenk kann eine gewisse Spannung erzeugen, da der Zuschauer das Endbild des Schwenks erst am Ende sehen kann.

+ Kameraschwenks können die Geschwindigkeit und den Rythmus einer Szene mitgestalten.

Nachteile

– Ein guter Kameraschwenk erfordert viel Geduld und Übung.

– Schwenken ohne Stativ ist sehr schwer (vor allem im Telebereich) und kann schlecht ausgeführt schnell „amateurhaft“ wirken.

– Schwenken entspricht nicht der natürlichen Sehgewohnheit des Menschen und kann daher irritierend für die Zuschauer sein.

– Zu viele Schwenks sollten vermieden werden. Es bietet sich stattdessen an, einzelne Standaufnahmen (mit verschiedenen Einstellungsgrößen) aneinander zu schneiden.

Richtig Schwenken in drei Schritten:

Für alle die einmal richtig Schwenken wollen, können diese drei Schritte sehr hilfreich sein:

1. Grundsätzlich gilt: Man sollte nur vom Stativ schwenken. Außerdem sollte man den Schwenk einmal trocken üben, d.h. dass man den Kameraschwenk einmal durchführen sollte, ohne ihn aufzunehmen.

2. Vor und nach dem Schwenk sollten jeweils mindestens 3 Sekunden Standbild mit aufgenommen werden. Dadurch kann man später in der Postproduktion selbst entscheiden, wann der Schwenk beginnen und wann er aufhören soll.

3. Beim Schwenken mit möglichst gleichbleibender Geschwindigkeit schwenken und den Schwenk ruhig zu Ende bringen. Wenn man den Kameraschwenk verwackeln sollte, lohnt es sich, ihn noch einmal aufzunehmen!

Fazit

Ein Kameraschwenk ist ein wichtiges Stilmittel bei der Produktion eines Films und erlaubt dem Filmemacher Objekte bzw. Personen darzustellen, die anders nicht gezeigt werden könnten.

Außerdem kann man mit einem guten Kameraschwenk eine gewisse Spannung erzeugen, z.B. wenn man bei einer Person langsam von den Füßen bis zum Kopf schwenkt.

Dennoch sollte man nicht vergessen, dass ein Kameraschwenk nicht der natürlichen Sehgewohnheit des Menschen entspricht und deswegen auch irritierend wirken kann.

Mein Tipp: Wer professionell Schwenken möchte, sollte auf jeden Fall ein gutes Stativ und viel Geduld mitbringen. Denn es kann einiges an Übung erfordern, bis guter Kameraschwenk gelingt.

Noch mehr Infos zum Thema Kameraschwenk gibt es bei Wikipedia und Movie-College.

Und so geht es weiter:

Kameraführung im Film – Teil 4: Richtig Zoomen

© D.N.

Im vierten Teil der Artikelserie besc/tipps-und-tricks/hilfreiches/richtig-zoomen-kamerafuehrung-im-filmhäftige ich mich mit dem Thema „Zoomen“.

Hier findet man neben einer Definition ausführliche Gründe für und gegen das Zoomen, sowie die drei wichtigsten Schritte, die man generell beim Zoomen beachten sollte.

 

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Daniel Negenborn
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Daniel ist Gründer und Autor von FilmMachen.de. Der gelernte Mediengestalter Bild und Ton studierte Regie für Film und Fernsehen und arbeitet seitdem hauptberuflich als Filmschaffender in Deutschland. Auf FilmMachen.de schreibt er über alles, was mit dem Filmemachen zu tun hat.

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